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G2 Care- Revolution!

AntragstellerInnen: Thüringen

Care- Revolution!

Wir fordern den Begriff der Erwerbsarbeit zu erweitern und Care- und Reproduktionsarbeit angemessen zu entlohnen und anzuerkennen. Gleichzeitig dürfen öffentliche Dienstleistungen kein Privileg der Reichen sein und müssen für die gesamte Gesellschaft zugänglich sein. In unserer Gesellschaft konzentriert sich der Arbeitsbegriff auf die Erwerbsarbeit. Wer also beispielsweise in einem Lohnarbeitsverhältnis steht und durch seine Tätigkeit einen Mehrwert generiert oder etwas produziert verrichtet Arbeit. Im BIP wird Care-und Reproduktionsarbeit nicht widergespiegelt. Wenn man also jeden Tag mehrere Stunden der Pflege der eigenen Großmutter widmet, wird das nicht als geleistete Arbeit erfasst. Sorgearbeit wird in unserer kapitalistischen Gesellschaftsordnung nicht unter klassischer Erwerbsarbeit kategorisiert und in das Private gedrängt. Kindererziehung, Pflege älterer Familienangehöriger oder Hausarbeit erledigen wir nach unserer Erwerbsarbeit. Diese Tätigkeiten werden unbezahlt verrichtet und bleiben im Arbeitsbegriff unserer Gesellschaft unsichtbar. Die klassische Erwerbsarbeit allerdings wird in entwickelten Ländern immer knapper und viele Menschen werden in prekäre Beschäftigungsverhältnisse gedrängt. Daher ist es notwendig unsere Definition von Arbeit zu überdenken. Die Anforderungen an die Individuen, durch unter anderem die Doppelbelastung von Erwerbsarbeit und Sorgearbeit, steigen. Ruhepausen, um unsere Gesellschaft mitzugestalten und sich aktiv einzubringen, finden die wenigsten. Dazu kommt, dass öffentliche Dienstleistungen, wie Kindergarten, Schule oder medizinische Versorgung immer mehr privat finanziert werden müssen. Die staatliche Kostensenkungspolitik befördert die politisch-ökonomische Krise sozialer Reproduktion, daher fordern wir den Ausbau der sozialen Infrastruktur. Der Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen darf kein Privileg der Reichen sein und somit die Klassengesellschaft befördern. Aktuell wird Sorgearbeit deutlich zu schlecht bezahlt, was zum einen dazu führt, dass sich in Care-Berufen soziale Ungleichheit verfestigt und zum anderen zu einer rassistischen Arbeitsteilung. Migrantische Care-Arbeiter*innen aus dem globalen Süden werden zu Billiglöhnen angeworben und ausgebeutet. Das wiederum führt zu einer globalen Betreuungskette (muss ich das noch weiter erklären?). illeglaisierte Arbeiter*innen lalala.. Daher fordern wir zu globalem Denken auf. Wir dürfen unsere Probleme nicht in andere Länder exportieren! Sorgearbeit darf nicht einer kapitalistischen Logik unterliegen und muss angemessen entlohnt sowie Fachpersonal und qualifizierte Arbeit anerkannt werden. Care- und Reproduktionsarbeiten dürfen genauso wenig einer patriarchalen Logik unterliegen. Fürsorgearbeiten werden überwiegend von Frauen* übernommen mit der Argumentation, dass sie es besser können und diese Tätigkeiten in ihrer Natur liegen. Somit verfestigt sich in Care-Berufen eine geschlechtshierarchische Arbeitsteilung und durch die schlechte Bezahlung dieser Berufe auch ökonomische Unterschiede zwischen Männern* und Frauen*. Die Jusos Thüringen fordern, dass alle Care- und Reproduktionsarbeiten in der Verantwortung der Gesellschaft liegt und qualifiziertes Fachpersonal dafür verantwortlich ist. Zum einen müssen wir uns vom neoliberalen Kurs lösen. Außerdem ist eine Arbeitszeitverkürzung unausweichlich. Langfristig kann die Krise der Sorgearbeit allerdings nur durch die Überwindung des Kapitalismus aufgehoben werden.

Begründung:

erfolgt mündlich

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