U12 Einführung eines Verzehrbarkeitsdatums bei Lebensmitteln

AntragstellerInnen: Hamburg

Einführung eines Verzehrbarkeitsdatums bei Lebensmitteln

Gefordert wird die Einführung eines Verzehrbarkeitsdatums zusätzlich zum Mindesthaltbarkeitsdatum bei Lebensmitteln. Einhergehend mit der Einführung eines Verzehrbarkeitsdatums fordern wir eine Aufklärungskampagne, was genau das MHD und Verzehrbarkeitsdatum aussagen.

Das Verzehrbarkeitsdatum soll aussagen bis wann das Lebensmittel voraussichtlich verzehrbar und nicht gesundheitsschädlich ist. Der Inverkehrbringer haftet nur bis zum Ablauf des MHDs.

Begründung:

Jeder Deutsche wirft durchschnittlich 80kg Lebensmittel im Jahr weg. Ein Großteil von den weggeschmissenen Lebensmitteln wird vernichtet, obwohl sie noch essbar wären. Dazu trägt das MHD bei, da es sich um ein willkürlich ausgedachtes Datum handelt, dass nicht die Ungenießbarkeit der Lebensmittel angibt. Der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL) gibt an, dass jeder Zehnte Lebensmittel wegwirft, sobald das MHD Datum abgelaufen ist.

 

Auch Lebensmittel wie z.B. Reis, Mehl oder Bier, haben ein MHD, obwohl sie nicht ungenießbar werden. Den Verbrauchern soll durch die Einführung eines Verzehrbarkeitsdatums bewusstgemacht werden, dass Lebensmittel mit abgelaufen MHD nicht weggeschmissen werden müssen. Das Mindesthaltbarkeitsdatum gibt lediglich an, bis wann das ungeöffnete Lebensmittel seine spezifischen Eigenschaften mindestens behält. Also wie lange Farbe, Geruch, Geschmack und Nährwerte bleiben wie an dem Tag, an dem das Produkt abgepackt wurde. Ein Langzeittest von der Umweltorganisation Greenpeace hat ergeben, dass z.B. ein Naturjoghurt auch ein halbes Jahr nach dem MHD nicht verdorben war.

 

Das MHD wird von den Unternehmen in eigener Verantwortung bestimmt. Greenpeace führte aufgrund der willkürlichen Festlegung des MHD eine Umfrage durch, die bestätigte, dass Hersteller bei bestimmten Produkten das MHD auf Wunsch des Handels kürzen. Der ehemalige Bundesernährungsminister kündigte im vergangenen Jahr an, ein zusätzliches Verbrauchsverfallsdatum ins Gespräch zu bringen, jedoch folgten daraus bis heute keine Taten und es werden weiter jährlich 18,4 Tonnen Lebensmittel in Deutschland weggeschmissen.

 

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Änderungsanträge zu U12

Nr Zeile AntragstellerInnen Text Begründung Status
U12_Ä1 5 Berlin

Z.5: ersetze “Der Inverkehrsbringer“ durch “Die*der Inverkehrsbringer*in“

U12_Ä2 5 Berlin

Z. 5 füge an: “, nicht aber bis zum Verzehrbarkeitsdatum. Um aussagekräftige Verzehrbarkeitsdaten zu erhalten, die nicht wie das MHD von Handelsinteressen beeinflusst werden, sollen diese von unabhängigen staatlichen Stellen wie z.B. der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung oder das Bundeszentrum für Ernährung und/oder Verbraucherverbänden festgelegt werden. Da das Verzehrbarkeitsdatum einen Richtwert zur Aufklärung der Verbraucher*innen darstellt, ist eine Schätzung des Verzehrbarkeitszeitraums für Produktgruppen anstatt produktspezifische Angaben denkbar“