I10 Ernährungsampeln für Nachhaltigkeit

AntragstellerInnen: Bremen

Ernährungsampeln für Nachhaltigkeit

Die Jusos fordern, dass Unternehmen per Gesetz in die Pflicht genommen werden, auf ihren Konsumprodukten zwei Ampeln aufzudrucken:

Eine Lebensmittelampel, welche den*der Verbraucher*in durch bekannte Symbole erkennen lässt, wie gesund die Lebensmittel sind. Grün muss in diesem Zusammenhang für gesund und Rot für ungesund stehen. Als Indikatoren für ein „gesundes“ Produkt können jene des französischen „Nutri Score“ dienen, der unter anderem den Anteil von Salz, Fett und Zucker bewertet und Produkte in eine von fünf Kategorien enteilt. Die Einführung in Deutschland dürfte hingegen nicht wie in Frankreich an Freiwilligkeit gebunden sein. Die Ampel soll in Zusammenhang mit Ernährungswissenschaftlern und unter Ausschluss von großen Lebensmittelkonzernen entworfen werden. Diese werden dazu verpflichtet, Rezepte und Zusammensetzungen ihrer Produkte offenzulegen.

Die Produkte sollen außerdem mit einer Ökologieampel (ökologischer Fußabdruck) bedruckt werden, welche dem Verbraucher ermöglicht, seinen Konsum anhand der dadurch generierten Umwelteinflüsse zu beurteilen. Hier können Indikatoren wie der CO2-Ausstoß in der Produktion, Wasserverbrauch, Ressourcenverbrauch oder die Nutzung nachwachsender Rohstoffe herangezogen werden. Der Konsum wird auf diese Weise verstärkt auf regionale Produkte gelenkt, welche durch kürzere Transportwege einen kleineren ökologischen Fußabdruck bei der Produktion hinterlassen und deren Lieferketten einfacher nachzuvollziehen sind.

Begründung:

Durch die vorgestellten Ampeln wird es dem*der Verbraucher*in erleichtert seinen*ihren Konsum zu überwachen. Auf diese Weise wird erst ermöglicht, eine mündige Entscheidung bei der Produktauswahl zu treffen, indem diese standardisiert vergleichbar gemacht werden. Kein*e Konsument*in wird davon abgehalten, ein bestimmtes Produkt zu erwerben und es findet kein marktverzerrender Eingriff statt. Nichtsdestotrotz ist mit der Idee der zwei Produktampeln die Hoffnung verbunden, jene Produkte zu stärken, die einer bewussten und ausgewogenen Ernährung entsprechen bzw. nachhaltig erzeugt wurden. Viele Produkte geben sich selbst das Image gesund zu sein, obwohl sie es nicht sind. Das kann durch die Lebensmittelampel veranschaulicht werden. Durch die Ökologieampel wird es dem Verbraucher vereinfacht zu erkennen, welchen Weg seine Produkte bereits zurückgelegt haben und welchen Einfluss diese auf die Umwelt genommen hat. Es wird ihm vereinfacht regionale Produkte besser zu erkennen, aber auch zu erkennen, wenn diese nicht nachhaltiger sind als importierte Produkte. Durch eine von unabhängigen Wissenschaftler*innen entwickelte Standardisierung würde zudem der Inflation von ausgedachten oder schwammigen Siegeln entgegengewirkt. Eine Erweiterung der Ökologieampel um soziale Aspekte wie faire Löhne wäre zwar theoretisch denkbar, würde den ökologischen Fokus jedoch verzerren und sollte daher anders gelöst werden.

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Änderungsanträge zu I10

Nr Zeile AntragstellerInnen Text Begründung Status
I10_Ä1 8 Berlin

Z. 8: ersetze “Ernährungswissenschaftler“ durch “Ernährungswissenschaftler*innen“

I10_Ä6 8 Bremen

Ersetze in Zeile 8 “Ernährungswissenschaftler“ mit “Ernährungswissenschaftler*innen“

I10_Ä2 10 Berlin

Z. 10 füge ein “Zusätzlich können weitere gesundheitsschädliche Inhaltsstoffe angegeben werden.“

I10_Ä3 12 Berlin

Z. 12: ersetze “dem Verbraucher ermöglichen, seinen Konsum“ durch “der*dem Verbraucher*in ermöglichen, ihren*seinen Konsum“

I10_Ä7 12 Bremen

Ersetze in Zeile 12 “Verbraucher“ durch “Verbraucher*innen“

I10_Ä4 13 Berlin

Z. 13-14 ersetze durch “Verbrauch und Nutzung von nachwachsenden und nicht nachwachsenden Rohstoffen“

I10_Ä5 14 Berlin

Z. 14-16 Ersetze von “Der Konsum wird auf diese Weise…“ bis “nachzuvollziehen sind.“ mit “Der Konsum wird auf diese Weise verstärkt auf Produkte gelenkt, deren Lieferketten einfacher nachzuvollziehen sind, wenn durch kürzere Transportwege ein kleinerer ökologischer Fußabdruck erreicht wird.“

I10_Ä8 26 Bremen

Ersetze in Zeile 26 “Verbraucher“ durch “Verbraucher*innen“