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C2 Keine Bildung 2. Klasse, die Ausbildung gehört gestärkt!

AntragstellerInnen: Hessen-Süd

Keine Bildung 2. Klasse, die Ausbildung gehört gestärkt!

  • Die SPD setzt sich für eine Öffnung der Studentenwerke für Auszubildende ein und für eine entsprechende Reform des hessischen Studentenwerksgesetzes. Die Studentenwerke sollen zu Bildungsförderungswerken ausgebaut werden, die Beratungsangebote, Wohnraumversorgung und soziale Infrastruktur für Studierende und Auszubildende vorhalten. Die Verwaltungsräte der Bildungsförderungswerke sollen um Vertreter*innen der Ge-werkschaften und Auszubildendenvertretungen erweitert werden. Die Bildungsförde-rungswerke sind zur Erfüllung ihrer Aufgaben finanziell auskömmlich auszustatten.die SPD wird sich für die Einführung eines kostenfreien Meisterprogramms einsetzen. Dazu zählen die Abschaffung von Prüfungsgebühren, sowie eine Stärkung von staatlichen Vorbereitungskursen, die kostenfrei angeboten werden sollen. Des Weiteren soll sich die SPD auf Bundesebene dafür einsetzen, dass die Zuschussquote des Meister-Bafögs, wie beim studentischen Bafög, auf 50% erhöht wird.
  • Die SPD setzt sich für eine grundlegende Evaluation bestehender Förderprogramme im Bereich Ausbildungsförderung ein. Sinnvolle Programme sollen verstetigt und wo sinn-voll zusammengelegt werden. Die Kommunen sind auskömmlich auszustatten, um Trä-gerstrukturen langfristig zu verstetigen. Ziel muss es sein den Bereich der Ausbildungs-förderung von der Krankheit „Projektitis“ zu heilen, also dem ständigen Auflegen kurz-fristiger Programme ohne anschließende Verstetigung“.
  • Die SPD setzt sich für ein Azubi-Ticket in Hessen ein, welches den Auszubildenden eine kostenlose Fahrt in Hessen ermöglicht.ü
  • Die SPD wird sich für eine Ausweitung des Rechts auf Bildungsurlaub einsetzen. Die Urlaubstage sollen auf 10 erhöht werden.
  • Die SPD wird sich dafür einsetzen, dass das duale Studium stärker geregelt wird und in das BBiG eingeordnet wird
Begründung:

Wir brauchen bezahlbaren Wohnraum – auch für Auszubildende!

Für uns Jusos stellen diese Forderungen zentrale Punkte eines erfolgreichen Wahlkampfes und eines Wahlprogrammes dar. Um Jugendliche und Auszubildende zu erreichen, müssen wir wieder deutlich machen, dass wir Anwalt ihrer Interessen sind und diese glaubhaft vertreten und in Verantwortung auch umsetzen.

 

Die Situation am Wohnungsmarkt hat sich in den letzten Jahren erheblich zugespitzt, die Mieten steigen immer weiter, das Angebot an bezahlbarem Wohnraum wird immer geringer. Dieser Umstand trifft nicht nur junge Studierende, sondern auch Auszubildende. Den Studierenden nehmen die Studierendenwerke etwas Luft aus dem Kessel – Auszubildende sind auf sich alleine gestellt. Sie müssen auf dem privaten Markt einen harten Kampf um günstigen Wohnraum führen. Mit einem Programm für den Bau von Wohnheimen für Auszubildende stärken wir wieder die Attraktivität einer Ausbildung und haben eine Möglichkeit die Lebensqualität von Azubis spürbar zu steigern. Diese Lösung stellt einen Weg dar, die Wohnsituation von Studierenden und Auszubildenden anzugleichen ohne sie gegeneinander auszuspielen. Lange Anreisen zum Ausbildungsort sollen der Vergangenheit angehören. Auszubildende müssen, wie Studierende auch, die Möglichkeit haben an dem Ort zu leben, an dem sie lernen. Die Forderungen von Vermietern gegenüber ihren Mietern sind auf ein extrem hohes Niveau gestiegen. Mit der Errichtung von Wohnheimen eröffnen wir auch den Azubis den Weg in die eigene Wohnung, die keine 3 Monats Mieten Kaution stellen, deren Eltern keine Bürgschaften für Mietforderungen übernehmen können. Gerade mit einer Zusammenarbeit über einen Träger kann man die Möglichkeit schaffen Gemeinschaftsorte zum Austausch zu schaffen und das Know-how anderer Träger, wie der Studierendenwerke zu nutzen.

                                    

Wir brauchen den kostenfreien Meister – jetzt!

Wenn wir uns für Gebührenfreiheit von der KiTa bis zur Hochschule einsetzten, müssen wir auch die Menschen fördern, die sich zum Meister weiterbilden und Facharbeiter_innen werden möchten. Dieser steinige Weg ist mit hohen Gebühren gepflastert, die für viele frisch Ausgelernte kaum zu stemmen sind. Deshalb fordern wir echte Gebührenfreiheit ein. Ein erster Schritt in die richtige Richtung wäre die Abschaffung der Prüfungsgebühren. Darüber hinaus sind die Kosten für Vorbereitungskurse sehr hoch. Dies hängt auch damit zusammen, dass private Bildungsträger auf diesem Markt Narrenfreiheit besitzen. Um eine inklusive, qualifizierte Weiterbildung zu garantieren, setzen wir uns für staatlich unterstütze Vorbereitungskurse ein.

 

Modernisierung der Berufsschulen vorantreiben

Wer über Fachkräftemangel und nicht ausreichender Qualifizierung der Auszubildenden redet, der muss auch die Modernisierung der Berufsschulen ins Auge nehmen. Ständig lesen wir von Investitionen in Schulen und den Universitäten. Doch wer sich die Berufsschulen anschaut, steht vor veralteter Technik, überholte Theorie/Lerninhalten und verrotteter Infrastruktur. Es muss sich was ändern. Wir dürfen nicht nur darüber reden, wie wichtig die Ausbildung ist – es muss sich auch anhand der Bildungseinrichtungen widerspiegeln. Nur wenn sich die Berufsschulen in einem guten technischen Zustand befinden kann garantiert werden, dass die Voraussetzung dafür erfüllt werden, um Lerninhalte auf die Bedürfnisse der Berufsschüler_innen abgestimmt zu vermitteln. Daher brauchen wir jetzt investitionen!

 

Mobilität gehört zur Ausbildung – für ein kostenfreies Azubi-Ticket!

Die SPD NRW macht es vor, wir sollten dem Folgen. Studierende können sich frei bewegen anhand ihres Semestertickets. Azubis müssen zwischen Arbeitsplatz, Wohnung und Berufsschule ständig pendeln. Oft sind Parkplätze Mangelware, wenn man überhaupt ein Auto besitzt. Für weitere Strecken innerhalb von Hessen bleiben mit einem Ausbildungsgehalt und den immer weiter steigenden Wohnungskosten kaum was übrig. Wir wollen, dass alle Auszubildenden ebenfalls die Möglichkeit gegeben wird, trotz steigender Kosten mobil zu sein. Und zwar Hessenweit!

 

Recht auf Bildungsurlaub ausweiten - lebenslanges Lernen ermöglichen

Die Arbeitswelt wird sich in Zukunft immer schneller und weitreichender verändern. Es ist unsere Aufgabe die Arbeitnehmer_innen auf diesen Wandel vorzubereiten und ihnen die besten Rahmenbedingungen zu bieten, um Teil dieses Prozesses zu werden und nicht abgehängt zu werden. Es ist die Aufgabe der Sozialdemokratie nicht nur gute Arbeit zu schaffen, sondern auch den Wandel der Arbeitswelt im Sinne der Arbeiter_innen zu gestalten. Dazu gehört es ihnen zu ermöglichen sich schwerpunktmäßig weiterzubilden. Diese Weiterbildung bezieht sich sowohl auf Schwerpunkte des eigenen Berufes, als auch die persönliche Weiterbildung. Des Weiteren gehört zur Weiterbildung auch die Möglichkeit ein weiterführendes Studium aufzunehmen.

 

Duales Studium stärken

DIe Möglichkeiten ein Duales Studium aufzunehmen sind in den letzten Jahren immer vielfältiger geworden. Es besteht die Möglichkeit nahezu jeden Studiengang dual aufzunehmen. Diese Vielfalt bringt aber auch Probleme mit sich, da das Duale Studium keinen klaren Regularien, wie die betriebliche Ausbildung unterworfen ist. Gerade wo keine tariflichen Bindungen und Vereinbarungen vorhanden sind, sind die Studierenden der Willkür der Betriebe unterworfen.

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