G10 #livingmotherhood - Nicht das ganze Leben

AntragstellerInnen: Hannover

#livingmotherhood - Nicht das ganze Leben

Alltägliche Diskriminierung zieht sich durch alle unsere Lebensbereiche. Insbesondere diejenigen Gruppen, die aus historischer Perspektive als marginalisiert gelten und dementsprechend innerhalb der heterosexuellen, weißen und patriarchalen Gesellschaft eine untergeordnete Rolle einnehmen, haben mit unterschiedlichsten Formen von Diskriminierung zu kämpfen, welche allesamt und in Teilen gleichzeitig, auf sie einwirken. Denn unsere Gesellschaft beruht auf Strukturen, die allumfassend hinterfragt werden müssen. So auch das Konstrukt der ewigen, sich aufopfernden Mutter, eingebunden in die Ideologie des Familiarismus und die normative Zementierung, der Normalfamilie. Normativ ist in diesem Fall als den Maßstab darstellend und entsprechend als Richtschnur zu begreifen.
Beruhend auf der konservativen Ansicht, dass die Verbindung zwischen Mann und Frau und die daraus entstehende Möglichkeit der Zeugung von Kindern die einzig mögliche und legitime Verbindung sei, entstand vor geraumer Zeit das Bild der romantischen Ehe. Dieses setzt sich bis heute fort und hat weiterhin recht unangefochten bestand. Sowohl von staatlicher Seite gefördert, als auch von Bildungseinrichtungen als gewollte und einzige Verbindung propagiert, stand die heterosexuelle Ehe lange alleine als vorteilhaftes Konstrukt für die Beteiligten da, ohne hinterfragt zu werden. Dies wird deutlich durch die diversen steuerlichen Vorteile, die sich erst durch die gesetzliche Gleichstellung der Ehe für Alle aufgehoben haben, zeigt sich aber auch in der religiöse Komponente, in deren Erzählung die romantische und genauso gewollte Verbindung zwischen Mann und Frau eine entscheidende und einende Rolle spielt.
Ein unangenehmer und oftmals übersehener Nebeneffekt ist die untergeordnete Rolle, welche der Frau* innerhalb der ehelichen Gemeinschaft zugewiesen wird. Sozial innerhalb der heterosexuellen Normbeziehung auf das Gebären von Nachwuchs reduziert, ereilt Frauen* in ihrer gesellschaftlichen Rolle diese Reduktion nicht erst nachdem eine Ehe tatsächlich eingegangen worden ist, sondern von Beginn an ihres Frau*seins. Mithilfe der Ideologie des Familiarismus wird der Frau* vermittelt, dass abseits von Alter und momentaner gesellschaftlichen Position, sie das Schicksal ereilen wird, die Care-Arbeit innerhalb einer heterosexuellen Partner*innenschaft zu leisten. Die Frau* ist innerhalb dieses Rollenverständnisses untrennbar mit dem Muttersein verbunden und wird darauf aufgrund ihres Geschlechts reduziert. Dies beginnt quasi mit der Geburt, zumindest aber schon mit der anfänglichen Sozialisierung. In diesem Kontext denken wir beispielsweise an das erwartete Spielen mit Puppen oder das Kümmern um Geschwister. Real beginnt so die Mutterrolle für die Frau* allerspätestens beim Eingehen einer heterosexuellen Normbeziehung, also lange bevor ein Kind geboren wurde und die Frau* tatsächlich Mutter ist.
Hierbei tun sich weitere Formen von Diskriminierung auf, die mitgedacht werden müssen. Dazu zählt auch Rassismus. Rassismus wird in diesem Kontext besonders bei der gesellschaftlichen Problematisierung von nicht-weißen, “ausländischen“ Großfamilien sichtbar oder aber durch die Stigmatisierung von Menschen mit einem niedrigen Sozialstandard und die so häufige Herabwürdigung von Frauen* in diesem Kontext als “Welfare-Moms”.
 
Muttersein vs. Menschsein – Mütter wieder zu Menschen machen
Frauen* wird im Zuge ihrer Sozialisation suggeriert, dass sie erst durch eine Mutterschaft eine wahre Erfüllung ihres Lebens empfinden werden. Dabei wird die Mutterschaft an sich und auch die Pflege der Kinder in das Zentrum des Lebens der Frau* bzw. die von ihr erwartete Lebensführung gerückt. Dies bestimmt nicht nur den Erwartungsdruck, den Frauen* selber an sich richten und die Verantwortlichkeit, die sie empfinden, sondern auch die Art und Weise wie andere Menschen Müttern in einer patriarchalen Gesellschaft begegnen. Denn die soziale Erwartungshaltung ist, dass das, wenn auch nur potentielle, Muttersein im Vordergrund der Lebensplanung der Frau* zu stehen hat und dass sich dementsprechend auch organisatorisch ihre gesamte Lebensplanung danach zu richten hat.
Kinder zu haben wird zum zentralen Lebensinhalt von Müttern stilisiert, sodass jegliches Abweichen von einem diesem Verhalten einem nicht adäquaten Ausfüllen der Mutterrolle, also einem Vernachlässigen des Kindes, gleichgesetzt wird. Die Frau* als Mensch tritt hinter ihrem eigenen selbst als Mutter zurück, wird dahinter zurückgedrängt. Hier ist trotz der sowieso stattfindenden Aufoktroyierens von Erwartungen der Mutterschaft auf die Frau* ein klarer Umbruch zu erkennen von der Frau* als Mensch, die Mutter werden sollte zur Frau*, die primär Mutter ist.
 
Die gesellschaftliche Überhöhung der Mutterrolle
Die gesellschaftliche Überhöhung der Mutterrolle zeigt sich unter anderem in der Tabuisierung der Ablehnung von Mutterschaft. Aber auch darin, dass dem Bereuen von Mutterschaft im Nachgang weder Diskussionsraum noch gesellschaftliche Akzeptanz eingeräumt wird. Dies sorgt logischerweise dafür, dass Frauen* bewusst und unbewusst nur die Möglichkeit haben sich in einem engen gesellschaftlichen Korsett zu entfalten. Frauen* werden erst durch das Einnehmen der Mutterrolle vollständige Mitglieder der Gesellschaft wahrgenommen, gleichzeitig markiert die Mutterschaft aber auch den Punkt, wo erwartet wird, dass sich Frauen* selbst, zumindest übergangsweise, aufgeben und ihre Kinder in den Mittelpunkt ihres Seins stellen. Durch diesen Gegensatz entsteht für Frauen* eine Repression in ihrer persönlichen Entfaltung und selbstbestimmten Lebensführung.
Die gesellschaftliche Zentrierung des Lebens der Frau* auf ihre Kinder manifestiert sich auch in den Debatten um Schwangerschaftsabbrüche: Hier wird der Fokus der Diskussion auf Entwicklungsstadien von Zellansammlungen gelegt und nicht auf die Frauen*, welche mitten im Leben stehen und selbstbestimmt darüber entscheiden wollen, ob und wann sie ein Kind bekommen. Hier ist es erforderlich dass der Debattenfokus und damit das gesellschaftliche Verständnis auf die Selbstbestimmung der Frau* über ihren Körper verlagert wird und damit auch gleichzeitig die Schaffung von Diskussionsräumen einhergeht, in denen über die Rolle der Frau*, Mutterschaft an sich, deren Ablehnung und das Bereuen davon kritisch reflektiert werden kann.  
 
Kritische Reflexion zum aufgeladenen Mutterschaftsbegriff
“Die Kinder sind mein Leben.” – Das ist der Anspruch, welcher gesellschaftlich an das Selbstverständnis von Frauen* formuliert wird, aber auch im Ausfüllen dieser Rolle erwartet wird. Gleiches gilt für die eigene Überzeugung und der Erwartungshaltung der Mütter an sich selbst. Hier ist aber in Frage zu stellen, wie sinnvoll eine solche Anforderung für Frauen* ist, wenn diesen garantiert werden soll, ein selbstbestimmtes Leben zu führen.
Gleichzeitig ist aber auch zu hinterfragen, wie sinnig dieser Anspruch für die Erziehung von Kindern ist. Wenn der Anspruch ist Kinder zu eigenverantwortlichen Individuen mit sozialem Gewissen zu erziehen, ergibt es dann Sinn, dass sie mit dem Wissen und der Gewissheit aufwachsen, der zentrale Lebensinhalt eines Menschen zu sein und die Überzeugung zu haben, dass die Handlungen dieses Menschen primär von ihrer Existenz motiviert werden? Dies verwehrt nicht nur eine unabhängige persönliche Emanzipation der Kinder, sondern dient auch als offensichtliches strukturelles Element bei der Reproduktion patriarchaler Strukturen aller Geschlechter.
Hier stellt sich nun die Frage, inwieweit ein gesellschaftlicher Wandel überhaupt möglich ist, wenn diese Bastion patriarchaler Strukturen zum tiefsten, persönlichsten und auch in der Wahrnehmung durch den familiären Kontext natürlichsten Verständnis von Menschen und Familien bestehen bleibt und nicht aufgebrochen wird. Nur durch ein Aufbrechen eben dieser Strukturen ist es möglich, ein gleichberechtigtes Verhältnis der Geschlechter durch die Erziehung zu vermitteln und so als neue Norm zu setzen.
Es zeigt sich ein Gefälle zwischen Frau* und Mutter in der gesellschaftlichen Wahrnehmung. Die gesellschaftlichen Obligationen, die Frauen* durch dem Mutterbegriff auferlegt bekommen, ermöglichen die gesellschaftliche Akzeptanz fehlender politischer Maßnahmen, die die Gleichberechtigung von Frauen* und Männern fördern.
Dieser Zusammenhang muss auch aus einer sozialistischen Perspektive betrachtet werden. Unter anderem wird das beschriebene Gefälle sichtbar in sozialem Druck und der bürgerlichen Rollenteilung. Liberal ausgelegt, umfasst der Begriff des Proletariats nach Eagleton auch Menschen, die Arbeit leisten, die nicht bezahlt wird. Klassisch gesehen: Menschen in der häuslichen Pflege oder dem Haushalt, zumeist Frauen*. Das macht sie ebenfalls zur benachteiligten Klasse im Prozess der Produktion.
In einer Gesellschaft, in der die bürgerliche Kernfamilie als Norm gilt und das Alleinstellungsmerkmal von „Vater-Mutter-Kind“ nicht oder kaum hinterfragt wird, sind Haus- und Sorgearbeit der Erwerbsarbeit gegenübergestellt. Beides in traditioneller Arbeitsteilung wahrzunehmen, befördert geschlechtsspezifische Ungleichheit. Die Kernfamilienidee von der monogamen, heterosexuellen Ehe, die sich durch das Christentum und die bürgerliche Moral legitimiert, führt in letzter Konsequenz zur Ablehnung weiblicher Erwerbstätigkeit sowie unbezahlter weiblicher Hausarbeit.
In unserer Gesellschaft begegnen wir einer stattfindenden Retraditionalisierung. Wir begegnen traditionellen Arbeitsarrangements, wohingegen rhetorisch eine Modernisierung von Partner*innenschaft propagiert wird. Das legt den Schluss nahe, dass Veränderungen in diesem Kontext diskursiv stattfinden, aber nicht in der Praxis gelebt werden. Es besteht in diesem Zusammenhang eine Diskrepanz zwischen Alltagswissen und Alltagshandeln. Es gelingt so, explizite Geschlechterrollen in latenten Verschleierungsprozessen unterzubringen.
 
Muttersein als soziale/zwischenmenschliche Rolle
Es stellen sich für uns weitergehende Frage: Was sind die Anforderungen an Mütter, die wir als Jusos in Betracht ziehen? Welche gesellschaftlichen Anforderungen sind zu unterstützen? Muss eine Mutter besser sein als andere Sorgeberechtigte? Oder sollten nicht viel mehr an alle Sorgeberechtigte der gleiche Anspruch formuliert werden, inwieweit sie sich um Kinder kümmern, sie begleiten und erziehen?
Die mit der Mutterschaft assoziierten Pflichten bezüglich des Aufziehens von Kindern, sind als Pflichten und damit als soziale und zwischenmenschliche Rolle der sorgeberechtigten Menschen anzusehen. Nur wenn eine Ausweitung der mit der Mutterschaft assoziierten Erwartungshaltungen und Sorgepflichten auf beide Elternteile oder die Sorgeberechtigten für das Kind folgt, ist Gleichberechtigung der Eltern und Sorgeberechtigten nur durch strukturelle Veränderungen möglich. In diesem Zusammenhang müssen wir auch neue Beziehungsmodelle und Formen der geteilten Sorgearbeit in den Blick nehmen. Als neue, postmoderne Form der Familie gilt beispielsweise die Co-Elternschaft. Zwei Erwachsene ziehen hier zusammen ein leibliches Kind auf ohne dabei miteinander eine Liebesbeziehung einzugehen. Dieses Familienleben ohne Sex und auf freundschaftlicher Basis ist entsprechend eine Erweiterung bekannter Familienmodelle. Auch über kinderlose Räume oder sogenannte kinderfreie Zonen müssen wir sprechen, wenn wir über den an Frauen* vermittelten Druck durch die gesellschaftliche Erwartungshaltung nachdenken. Kinderlose Rückzugsorte im öffentlichen Raum haben genauso ihre Daseinsberechtigung wie Spielecken und Bällebäder.
Somit wird auch klar, dass diese Diskussion der kritischen Reflexion der Mutterrolle im Kontext der Diskussion um eine gleichberechtigte Elternschaft steht. Auch dort muss deutlich gemacht werden, dass Eltern zwar Eltern sind, dass Kinder aber nur ein Teil ihres Lebens sind und nicht das Ganze. Das muss zumindest die gesellschaftlich akzeptierte Norm werden. Denn nur wenn #motherhood zu #parenthood wird, ist dies ein Schritt in Richtung Gleichberechtigung.

Beschluss

angenommen

PDF

Download (pdf)

Änderungsanträge zu G10

Nr Zeile AntragstellerInnen Text Begründung Status
G10_Ä20 1 Berlin

Gesamter Antrag: Ersetze “Mutter“ durch “Mutter*“

G10_Ä29 8 Hannover

Ergänze in Z. 8 hinter „begreifen“: „Die Ideologie des Familiarismus ist seit Bestehen der Menschheit ein ewig währendes Konstrukt, welches suggeriert, dass es lediglich eine mögliche Verbindung gibt – diejenige zwischen Mann und Frau*. Der Zweck dieser Verbindung liegt im Familiarismus nicht in einer romantischen Beziehung, sondern lediglich in der Reproduktion mit einer klaren Rollenteilung zwischen Mann und Frau*.“

G10_Ä30 14 Berlin

Z. 14-17 ersetze von ’Dies wird‘ bis ’spielt.‘ durch: “Die Ehe zwischen Mann und Frau* wurde lange steuerlich bevorteilt. Die gesetzliche Gleichstellung der Ehe für Alle hat diese Bevorteilung innerhalb der Ehe zwar aufgehoben, dennoch werden geehelichte Menschen noch immer gegenüber den nicht geehelichten Menschen steuerlich bevorteilt. Die Ehe zwischen Mann und Frau* gilt auch noch durch die religiöse Komponente als normativ, da in der Erzählung eine pflichtmäßige (romantische) Verbindung von Mann und Frau* propagiert wird.“

G10_Ä31 18 Nordrhein-Westfalen

Ersetzt in  Zeile 18-19 den Satz

“Ein unangenehmer und oftmals übersehener Nebeneffekt ist die untergeordnete Rolle, welche der Frau* innerhalb der ehelichen Gemeinschaft zugewiesen wird” durch

“Die marginalisierte Rolle, die Frauen* innerhalb patriarchaler Gesellschaftsstrukturen zugewiesen wird, wird durch Rollenverteilung in eheliche Gemeinschaften oft noch verstärkt.”

G10_Ä1 20 Bayern

Z. 20 Streiche “das Gebären von Nachwuchs“, ersetze durch “die Mutterrolle“

G10_Ä2 27 Bayern

Z. 27 Streiche “Mutterrolle“, ersetze durch “Rolle als diejenige, die für die Care Arbeit zuständig ist“

G10_Ä27 30 Hannover

Streiche Z. 30 – 34 und ersetze durch “Hierbei tun sich weitere Formen von Diskriminierung auf, die (bei der Analyse) nicht außer Acht gelassen werden dürfen. Beispielsweise lässt sich die gesellschaftliche Stigmatisierung von Großfamilien beobachten. Insbesondere bei Familien mit mehr als drei Kindern, bei der ein oder beide Elternteile einen sichtbaren Migrationshintergrund haben. Auch die Herabwürdigung von Menschen mit niedrigen Einkommen und/oder niedrigem Bildungsniveau darf nicht vergessen werden. Ebenso muss die Diskreditierung von Frauen*/Eltern als „Welfare-Moms/Parents“ mitgedacht werden.“

G10_Ä3 33 Bayern

Z. 33 Streiche “Frauen*“, ersetze durch “Eltern“, ebenso ersetze “mums“ durch “parents in Z. 34

G10_Ä4 36 Bayern

Z. 36 Streiche “- Mütter wieder zu Menschen machen

G10_Ä32 43 Nordrhein-Westfalen

Ersetze in Zeile 43-44 den Satz: ”Denn die soziale Erwartungshaltung ist, dass das, wenn auch nur potentielle, Muttersein im Vordergrund der Lebensplanung der Frau* zu stehen hat und dass sich dementsprechend auch organisatorisch ihre gesamte Lebensplanung danach zu richten hat.”

Durch

“Die Entscheidung darüber, ob und wann Frauen* Kinder bekommen sollten sind gesellschaftlich normiert und dabei paradox: Lebensplanungen von Frauen*, in denen Kinder nicht auftauchen sind genauso wenig anerkannt wie die Einstellung, Kinder ungeachtet des eigenen Alters oder der eigenen finanziellen Situation zu wollen.”

G10_Ä5 47 Bayern

Z. 47 Streiche “Die Frau* als Mensch tritt hinter ihrem eigenen selbst als Mensch zurück, wird dahinter zurückgedrängt.“

G10_Ä36 50 Nordrhein-Westfalen

Ergänze in Zeile 50 ab “ist.”:

Verstärkt wird dieser Rollenkonflikt, wenn sich die Carearbeit innerhalb der Mutterschaft durch eine Behinderung des Kindes intensiviert. Die Frau* ist 24 Stunden am Tag Mutter; Zeit für den Beruf und die eigenen menschlichen Bedürfnisse treten in den Hintergrund.

G10_Ä6 57 Bayern

Z. 57 Streiche “Frauen* werden erst durch das Einnehmen der Mutterrolle vollständige Mitglieder der Gesellschaft wahrgenommen“, ersetze durch “Von Frauen* wird erwartet, dass sie die Mutterrolle einnehmen und in dieser aufgehen“

G10_Ä22 59 Bremen

Ersetze in Zeile 59 ab “Durch diese“ bis “Lebensführung“ mit: “Diesen Gegensatz können Frauen* als eine Repression ihrer persönlichen Entfaltung und selbstbestimmten Lebensführung wahrnehmen. Für ein selbstbestimmtes Leben ist es aber unerlässlich, sich frei für oder gegen die Mutterschaft entscheiden zu können.“

G10_Ä7 72 Bayern

Streiche Z. 72-83.

G10_Ä28 72 Hannover

Streiche Z. 72 – 83 und ersetze durch “Kinder zu bekommen, diese zu umsorgen und aufzuziehen und die eigenen Ansprüche zurückzustellen – dieses Rollenverständnis wird an Frauen* herangetragen, als zentrales Ziel vermittelt und gesellschaftlich als notwendig konstituiert. Ein Ausfüllen dieser  Rolle wird von Frauen* selbstverständlich erwartet, abseits ihrer eigenen Wünsche und Vorstellungen. Die bewusste Entscheidung, beispielsweise keine Kinder zu bekommen, hat innerhalber dieser Erwartungshaltung an Frauen*, Mütter zu werden, keinen Platz. Die Selbstbestimmung und Freiheit der Frau*, diese Entscheidung abseits von gesellschaftlichem Druck treffen zu können, muss sichergestellt werden und kann nur über das Aufbrechen patriarchaler Strukturen sowie der Überwindung veralteter Rollenbilder und tradierter Geschlechterverhältnisse gewährleistet werden. Es sollte vielmehr gemeinsamer Anspruch sein, dass sich Kinder mit Blick auf gleichberechtigte Elternschaft zu eigenverantwortlichen Individuen mit sozialem Gewissen entwickeln können. Die Reduktion der Frau* auf ihre Rolle als Mutter dient auch als offensichtliches strukturelles Element bei der Reproduktion patriarchaler Strukturen aller Geschlechter.“

G10_Ä33 77 Nordrhein-Westfalen

Streiche Zeile 77-83 und ersetze durch: “Eine gleichberechtigte Elternschaft, in der Rollenbilder nicht reproduziert werden, kann einer Reproduktion patriarchaler Strukturen entgegenwirken, insbesondere durch die Vorbildfunktion, die Eltern dabei einnehmen.

G10_Ä8 84 Bayern

Ersetze “Hier“ in Z. 84 durch “Es“

G10_Ä9 103 Bayern

Z. 103 a.E., füge ein: “Hier gilt es endlich echte Gleichberechtigung zu schaffen und allen Lebensentwürfen zu sozialer Akzeptanz zu verhelfen. Auch ist darauf hinzuwirken, dass “traditionelle“ Geschlechterrollen in Einrichtungen frühkindlicher Bildung nicht länger propagiert werden bzw. Ihnen aktiv entgegengewirkt wird.“

G10_Ä34 104 Nordrhein-Westfalen

Ersetze in Zeile 104: “In unserer Gesellschaft begegnen wir einer stattfindenden Retraditionalisierung.”

durch

“Auch in individuellen Paararrangements herrschen immer noch massive, aber teilweise unsichtbare Ungleichen. Zudem werden im gesellschaftlichen Diskurs traditionelle Rollenbilder wieder von Teilen der Gesellschaft offen eingefordert.

 

Füge ein in Zeile 104 nach “begegnen”: “zum Beispiel”

G10_Ä24 109 Bremen

Füge ein in Zeile 109: “Für beide Partner*innen kann eine Familie etwas schönes sein. Wenn sich beide unterstützen, können sie die Erziehungs- und Ruhezeiten untereinander aufteilen. Egal, welche*r Sorgeberechtigte sich kümmert, muss gesellschaftlich in Ordnung sein! Dazu ist es wichtig, dass die Gesellschaft solchte gleichberechtigten Beziehungen unterstützt, zum Beispiel mit einer 30 Stunden Woche, mehr Kinderbetreuung und Arbeitsverhältnisse, die verschiedene Formen von Familienleben ermöglichen.“

G10_Ä23 111 Bremen

Streiche in Zeile 111 von “was sind“ bis “in Betracht ziehen“

G10_Ä35 123 Nordrhein-Westfalen

Streiche Zeile 123-126 ab “Auch“ bis „Bällebäder“ und setzte ein: „In einigen Bereichen werden mittlerweile kinderlose Räume geschaffen, beispielsweise kinderfreie Cafés oder Ferienanlagen, die explizit keine Familien zulassen. Die gesellschaftliche Debatte hierzu nehmen wir als Jusos ebenfalls wahr.“

G10_Ä25 126 Bremen

Füge ein am Ende von Zeile 126: “Einerseits wird von Frauen* erwartet, sich rund um die Uhr um (ihre) Kinder zu kümmern, andererseits werden Kinder im öffentlichen Raum selten gerne gesehen. Auch so werden Frauen* in ihrer Freiheit eingeschränkt.“

G10_Ä10 130 Bayern

Z. 130 Füge ein nach “Norm werden.“: “Gleichzeitig müssen wir weiter für eine Gesellschaft kämpfen, in der auch Eltern – und insbesondere Müttern – die Teilhabe in allen Bereichen ermöglicht wird.“

G10_Ä11 131 Bayern

Füge ein nach Z. 131:

“Um dies zu erreichen ist mehr als ein gesellschaftlicher Diskurs erforderlich. Wer über die Transformation von “Mütterlichkeit“ diskutiert kommt an der Feststellungng, dass das Private höchst politisch ist, nicht vorbei.

Über die Frage, wer sich um Nachwuchs kümmert ist man schnell bei all den anderen reproduktiven Tätigkeiten, die gesellschaftlich implizit zur Erfüllung von Elternschaft dazu gehören. Wer räumt die Spülmaschine ein und aus? Wer kocht? Wer wäscht? Wer bringt die Kinder in die Kita/Schule?

Wir werden mit dieser Debatte nicht bewirken, dass Männer*körper gebären. Aber wir werden erreichen, dass die daraus gezogenen Schlussfolgerungen kein starres Rollenklischee sind sondern Verhandlungsmasse zwischen den beteiligten Elternteilen. Um das zu erkämpfen sind wir alle gefragt und wir können schon heute damit anfangen!“