U5 Pfand gehört daneben – überall

AntragstellerInnen: Hannover

Pfand gehört daneben – überall

Wir fordern eine deutschlandweite Strategie zur Umsetzung von Maßnahmen für eine geordnete und frei zugängliche Pfandsammlung in Innenstadtbereichen und perspektivisch auch in kleineren Kommunen. Öffentliche Abfallbehälter sollen durch Pfandsammelstellen wie dem Pfandring, dem Pfandregal oder anderen geeigneten Konstruktionen unabhängig von Abfallbehältnissen aufgestellt werden, um so Pfandsammler*innen ihre Tätigkeit menschenwürdiger und ungefährlicher gestalten zu können.

Begründung:

Die bundesweite Initiative „Pfand gehört daneben“ aus Hamburg hat eine Kampagne zur Vermeidung von bloßem Wegschmeißen von Pfandbehältnissen schon im Jahr 2011 gestartet und damit das Thema auf die Agenda gebracht. Pfandflaschen und -dosen landen noch immer zu häufig einfach in Mülleimern oder innerstädischen Parkanlagen, werden entsorgt und einfach mit den anderen Mischabfällen verbrannt. Laut der Initiative werden so Pfandwerte in Höhe von 172 Millionen Euro jedes Jahr weggeworfen. [Diese und weitere Informationen wurden der Webpräsenz der Initiative „Pfand gehört daneben“ entnommen: Vgl. http://www.pfand-gehoert-daneben.de/ [Letzter Abruf 04.04.2018]]

Die konkrete Umsetzung der Idee, Pfand nicht einfach wegzuwerfen oder unter Mülleimer zu stellen, fand Paul Ketz mit seiner Realisierung eines sogenannten Pfandrings, den wir als Beispiel gerne aufführen. 2012 erhielt er für sein Projekt den Bundespreis ecodesign. Der Pfandring kann als „Add-on“ für bestehende Mülleimer gesehen werden. Sie werden bislang maßgefertigt und können an den Mülleimern direkt befestigt werden. Mit diesen Pfandringen können Passant*innen ihre Dosen und Flaschen mit Pfandwert ohne zusätzlichen Aufwand direkt am Mülleimer in Halterungen stellen – und Pfandsammler*innen diese direkt dort wieder entnehmen. Städte wie Hamburg, Köln oder Bamberg haben diese Pfandringe bereits abgenommen.

Eine weitere Problematik kann mit solchen Systemen wie dem Pfandring ebenfalls verbessert werden: Die sich täglich auf den Straßen unterwegs befindenden Pfandsammler*innen werden bei ihrer Tätigkeit weniger Gefahren und Selbstdemütigungen ausgesetzt. Der blinde Griff in hunderte Mülleimer täglich zur Suche nach Pfandbehältnissen stellt nämlich in zweierlei Hinsicht ein Problem dar. Die Demütigung, in einen Eimer zu greifen, in den andere Mitmenschen ihre Abfälle hineingeworfen haben, kann aus den Städten verbannt werden, denn Menschenwürde hört nicht beim Pfandsammeln auf. Weiterhin sind die gesundheitlichen Gefahren beim Griff in einen Mülleimer nicht zu unterschätzen. Neben Viren und anderen Krankheitserregern sammeln sich nämlich auch spitze und scharfe Gegenstände in Diesen, die Verletzungen und Entzündungen nach sich ziehen können.

Wir sehen, Pfandsammelstellen in innerstädtischen Bereichen verbessern nicht nur die Rückführung von Pfandbehältnissen in ihre zugehörigen Recyclingkreisläufe, sondern helfen auch, die Tätigkeit von pfandsammelnden Menschen enorm zu verbessern und erleichtern. Der Aufwand für die Etablierung dieser Konstruktionen wird sich im Verhältnis zu den Vorteilen ebenjener als gering einschätzen lassen. Nicht zuletzt setzt der Einsatz solcher Sammelstellen ein klares Zeichen gegen gegenwärtige Tendenzen, Pfandsammeln an bestimmten Orten wie Bahnhöfen oder Flughäfen zu kriminalisieren und möglichst zu erschweren – damit ist unserer Ansicht nach unter dem Strich niemandem geholfen.

Wir fordern daher: Pfand gehört daneben – überall!

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Änderungsanträge zu U5

Nr Zeile AntragstellerInnen Text Begründung Status
U5_Ä1 1 Berlin

Ersetze kompletten Antrag durch:
“Pfand gehört daneben!

Wir fordern bundesweit eine Vereinfachung des Pfandsammelns in Innenstadtbereichen und kleineren Kommunen. Dies kann durch Konstruktionen wie zum Beispiel dem Pfandring oder dem Pfandregal, welche an Abfallbehältnissen befestigt werden können, oder anderen geeigneten Konzepten erfolgen. Wir fordern, dass die Finanzierung dieser Pfandringe oder Pfandregale unkompliziert durch Bund oder Länder übernommen werden, damit Kommunen Anreize haben, diese zu installieren.
Diese Maßnahme ersetzt selbstverständlich nicht längst überfällige Strategien zur Bekämpfung von Armut, ist aber ein kleiner Anfang, um die prekären Situationen der Pfandsammler*innen weniger schlimm zu gestalten.

Begründung:

Die bundesweite Initiative „Pfand gehört daneben“ aus Hamburg hat eine Kampagne zur Vermeidung von bloßem Wegschmeißen von Pfandbehältnissen schon im Jahr 2011 gestartet und damit das Thema auf die Agenda gebracht. Pfandflaschen und -dosen landen noch immer zu häufig einfach in Mülleimern oder innerstädtischen Parkanlagen. Laut der Initiative werden so Pfandwerte in Höhe von 172 Millionen Euro jedes Jahr weggeworfen. [Diese und weitere Informationen wurden der Webpräsenz der Initiative „Pfand gehört daneben“ entnommen: Vgl. http://www.pfand-gehoert-daneben.de/ [Letzter Abruf 04.04.2018]
So wird nicht nur der Umwelt geschadet, denn der Müll aus öffentlichen Abfallbehältnissen wird unsortiert im Mischabfall verbrannt, es werden auch Unsummen an Geld vernichtet, welche in der Verwendung besser aufgehoben wären.

Die konkrete Umsetzung der Idee, Pfand nicht einfach wegzuwerfen oder unter Mülleimer zu stellen, fand Paul Ketz mit seiner Realisierung eines sogenannten Pfandrings, den wir als Beispiel gerne aufführen. 2012 erhielt er für sein Projekt den Bundespreis ecodesign. Die Pfandringe können an den Mülleimern direkt befestigt werden, sind allerdings bislang nur Maßanfertigungen. Wir finden, dass diese Idee mehr Verwendung finden muss und schlagen eine Massenproduktion dieser vor, denn mit diesen Pfandringen kann Pfandgut ganz einfach – und ohne zusätzlichen Aufwand – in die Halterungen gestellt und von Interessent*innen entnommen werden.
Die Kosten dafür sollen von den Landkreisen bezahlt werden, in den Stadtstaaten Berlin, Bremen und Hamburg die Stadtverwaltung, weil diese auch für die Abfallentsorgung zuständig sind.

Pfandsammelstellen verbessern also nicht nur die Rückführung von Pfandbehältnissen in ihre zugehörigen Recyclingkreisläufe, sondern helfen auch, das Sammeln ökonomischer zu gestalten und die Pfandsammler*innen zumindest ein wenig von der Stigmatisierung zu entlasten.
Die derzeit praktizierte Erschwerung und Kriminalisierung des Pfandsammelns wie an Bahnhöfen oder Flughäfen ist konsequent abzulehnen, denn damit ist am Ende niemandem geholfen!
Wir fordern daher: Pfand gehört daneben!“

U5_Ä2 1 Berlin

Z. 0 streiche “- überall“

U5_Ä5 3 Hamburg

Z. 3f konkret formulieren „müssen“ anstatt „sollen“

U5_Ä4 6 Bremen

Ergänze in Zeile 6: “Langfristig kämpfen wir für eine Gesellschaft, in der niemand mehr vom Pfandsammeln abhängig ist.“

U5_Ä3 38 Berlin

Z. 38 streiche “- überall“