Schnellzugriff:

U11 Umweltverschmutzung durch Mikroplastik beenden

AntragstellerInnen: Sachsen-Anhalt

Umweltverschmutzung durch Mikroplastik beenden

Wir fordern die Bundesregierung auf, sich für ein Verbot von Mikroplastik (definiert als synthetische Polymere < 5mm) einzusetzen und die Verwendung von Mikroplastik in Kosmetika, Körperpflege-, Reinigungs- und Waschmitteln zu verbieten.

Begründung:

Die Umweltverschmutzung durch die Freisetzung von Mikroplastik stellt ein enormes Problem für die Ökosysteme der Meere dar. Das Bundesumweltministerium schilderte in einem Bericht von 2017, dass am Meeresboden der südlichen Nordsee im Schnitt elf Kilogramm Müll pro Quadratkilometer gefunden wurden. Der Großteil bestand aus Kunststoff und Mikroplastik. Ebenso ist Mikroplastik eine Gefahr für die Tierwelt, aber auch für den Menschen. Bei mehreren Untersuchungen wurden in vielen Speisefischen und Muscheln Rückstände von Mikroplastik gefunden, die durch den Verzehr auch in den menschlichen Körper gelangen. Darüber hinaus zieht Mikroplastik etliche Giftstoffe im Wasser an. In den untersuchten Teilen wurde eine bis zu tausendfach höhere Schadstoffkonzentrationen nachgewiesen als im Umgebungswasser.

 

Im Oktober 2013 vereinbarten Kosmetikhersteller und die Bundesregierung eine Selbstverpflichtung, die einen freiwilligen Ausstieg aus der Verwendung von Mikroplastik forcierte. Leider blieb diese freiwillige Selbstverpflichtung ohne Erfolg, denn aktuellere Studien belegen, dass im Vergleich zu 2014 und 2016 die Anzahl der Produkte mit Mikroplastik gestiegen ist. Laut dem Verbraucherportal Codecheck und dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) e.V. (Quelle: http://corporate.codecheck.info/wpcontent/uploads/2016/10/Codecheck_Mikroplastikstudie_2016.pdf) enthält nach wie vor jedes dritte untersuchte Gesichtspeeling und mehr als jedes zehnte Körperpeeling sowie jeder fünfte Lippenstift Polyethylen. Aber auch andere Kunststoffe, wie Nylon-12, Acrylates Copolymer oder Acrylate Crosspolymer, sind in unzähligen Produkten zu finden.

 

Wir sollten nicht länger auf ein EU-Verbot für Mikroplastik warten, sondern ein progressives Zeichen mit unserer Gesetzgebung setzen. Dies hat zur Folge, dass die Regierung nicht nur die Verbraucher*innen vor den Gefahren vor Mikroplastik schützt, sondern auch einen wichtigen Beitrag zum Erhalt von unseren Ökosystemen leistet.

PDF

Download (pdf)