P14 Verbesserung der Versorgung von Früh- und Neugeborenen mit Einschränkungen oder Behinderungen nach der Geburt

AntragstellerInnen: Schleswig-Holstein

Verbesserung der Versorgung von Früh- und Neugeborenen mit Einschränkungen oder Behinderungen nach der Geburt

Im Jahr 2016 kamen 9% der Kinder vor der 37. Schwangerschaftswoche (SSW) zur Welt. Die Tendenz ist steigend und dank der immer besser werdenden medizinischen Möglichkeiten können immer mehr Kinder in noch früheren Schwangerschaftswochen versorgt werden [1].
Doch der medizinische Fortschritt hat auch seine Schattenseiten. Lange Krankenhausaufenthalte, Folgeschäden der Frühgeburt wie Hirnschäden, Schädigungen der Lunge, Kurzdarmsyndrome und Probleme bei der Nahrungsaufnahme sorgen oft für Verzögerungen in der Entwicklung und belasten Kinder und Familien.
Hier bedarf es dringend mehr Hilfe für die Angehörigen, um die Gefahr einer Vernachlässigung oder nicht ausreichenden Förderung der Kinder zu minimieren.
Um Eltern und Kindern eine bessere Zukunftsperspektive zu ermöglichen, fordern wir die SPD Bundestagsfraktion auf, betroffene Familien wie folgt zu unterstützen und sich für folgendes einzusetzen:

1. Die Kosten für sämtliche spezielle fachpflegerische ambulante Versorgung, sozialmedizinische Nachsorge, benötigte Hilfsmittel, Förderungsmöglichkeiten sowie anteilig die Fahrt und/oder Übernachtungskosten der Eltern während des stationären Aufenthalts im ersten Lebensjahr des Kindes in den Leistungskatalog der Krankenkassen im SGB V aufzunehmen.

2. Mit der Vollendung des ersten Lebensjahres wird die Einstufung in die Pflegegrade eingeleitet.

3. Eine Verordnungsfähigkeit für Frühgeborenennahrung.

4. Eine Verbesserung der Betreuung der Mütter durch Hebammen/ Entbindungspfleger und/oder speziell, in z.B. Stillberatung, fortgebildete Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger*innen im Krankenhaus und im häuslichen Umfeld.

5. Eine, auf die sozialen Bedürfnisse und der erforderlichen Aspekte zur Frühförderung, abgestimmte Betreuung der Früh- und Neugeborenen, als auch ihrer Eltern und Geschwisterkinder. Sowohl auf der Intensivstation und der sonstigen Aufenthalte zur Rehabilitation des Kindes, als auch im häuslichen Setting durch spezialisiertes Fachpersonal. Bei Bedarf auch eine engmaschige psychologische Beratung der Mutter, im Falle eines erlittenen Geburtstraumas.

6. Eine bedarfsgerechte finanzielle Unterstützung um Engpässe durch zum Teil privat zu zahlende spezielle Fördermöglichkeiten zu umgehen.

7. Mindestens drei Qualitätssicherungsbesuche gem. § 37 Abs.3 SGB XI im Abstand von maximal zwei Monaten nach Entlassung des Kindes, danach entsprechend der Pflegegrad.

8. Eine Verlängerung der Elternzeit für beide Elternteile um jeweils 2 Monate oder die Zeit des Krankenhausaufenthaltes, bei vollem Kündigungsschutz. Eine Verlängerung der Elternzeit für beide Elternteile um jeweils 2 Monate oder die Zeit des Krankenhausaufenthaltes, bei vollem Kündigungsschutz.”: “Außerdem muss statt dem tatsächlichen Geburtstermin der errechnete Termin zur Berechnung der Elternzeit herangezogen werden.30



Die Geburt eines Kindes ist für alle Eltern mit großen Veränderungen im Leben verbunden. Doch während Eltern von gesund- und reif geborenen Kindern nach kurzer Zeit mit diesen nach Hause und sich dort aneinander gewöhnen können sind die ersten Lebenswochen- und -monate für Frühgeborene und kranke Neugeborene immer mit teils schmerzhafter Intensivmedizin verbunden.
 
Dieser schwierige Start ist eine große Belastung für Angehörige und Kinder. Während einige Eltern jeden Tag für viele Stunden da sind und mit ihrem Kind kuscheln, erscheinen andere in den ersten Wochen gar nicht. Doch auch für ein Kind im Inkubator ist körperliche Nähe essentiell wichtig, während der „Känguru-Pflege“ treten nachweislich[2] weniger Probleme mit der Atmung und der Herzfrequenz auf und die Kinder schlafen ruhig ein. Aufgrund des geringeren Stresslevels nehmen die Kinder schneller zu und haben damit eine bessere Überlebenschance. Eine soziale Betreuung im Krankenhaus kann hier Abhilfe schaffen, wenn die Herkunftsfamilie dem Kind diese nicht geben kann.
 
Auch nach der Entlassung benötigen Eltern und Kinder Hilfe bei der Eingewöhnung, denn viele Kinder benötigen noch lange Zeit besondere Förderung. Nicht alle Eltern haben hierzu die finanziellen Möglichkeiten. Auch die emotionale Belastung ist höher als bei einem komplikationslos und reif geborenen Kind. Eine finanzielle Entlastung und regelmäßige Besuche durch einen Pflegedienst können hier viel Druck nehmen.

Beschluss

geändert angenommen

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Änderungsanträge zu P14

Nr Zeile AntragstellerInnen Text Begründung Status
P14_Ä7 12 Bremen

Streiche Zeilen 12 bis 18

P14_Ä1 20 Nordrhein-Westfalen

Ersetze in Zeile 20 “Still- und Laktationsberater*innen” durch “Hebammen/ Entbindungspfleger und/oder speziell, in z.B. Stillberatung, fortgebildete Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger*innen”

P14_Ä2 21 Nordrhein-Westfalen

Ersetze in Zeile 21 “Zuhause” durch “häusliches Umfeld”

P14_Ä9 22 Hamburg

Ersetzung in Zeile 22 “soziale” durch “psychosoziale”

P14_Ä3 22 Nordrhein-Westfalen

Streiche ab Zeile 22 “Eine soziale” bis Zeile 24 “Fachpersonal” und ersetze durch:

“2. Eine, auf die sozialen Bedürfnisse und der erforderlichen Aspekte zur Frühförderung, abgestimmte Betreuung der Früh- und Neugeborenen, als auch ihrer Eltern und Geschwisterkinder. Sowohl auf der Intensivstation und der sonstigen Aufenthalte zur Rehabilitation des Kindes, als auch im häuslichen Setting durch spezialisiertes Fachpersonal. Bei Bedarf auch eine engmaschige psychologische Beratung der Mutter, im Falle eines erlittenen Geburtstraumas.”

P14_Ä8 23 Hannover u.a.

Ersetze in Zeile 23 „zur Pflege“ durch „zum Pflegepersonal“

P14_Ä10 28 Hamburg

Ersetzung in Zeile 28 “Pflegestufe” durch “Pflegegrad”

P14_Ä4 29 Nordrhein-Westfalen

Füge ein in Z. 29f nach “Eine Verlängerung der Elternzeit für beide Elternteile um jeweils 2 Monate oder die Zeit des Krankenhausaufenthaltes, bei vollem Kündigungsschutz.”: “Außerdem muss statt dem tatsächlichen Geburtstermin der errechnete Termin zur Berechnung der Elternzeit herangezogen werden.”

P14_Ä6 31 Berlin

Z. 31 : streiche “Begründung“

P14_Ä5 47 Berlin

Streiche Z. 47-48