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W13 Verbot des Tötens männlicher „Eintagsküken“

AntragstellerInnen: Hessen-Nord

Verbot des Tötens männlicher „Eintagsküken“

Der Bundeskongress möge beschließen:

Wir fordern die Einstellung der Praxis des Tötens der männlichen „Eintagsküken“ allein aus ökonomischen Gründen. Es fehlt nach § 1 TierSchG an einem vernünftigen Grund. Insofern ist das Töten männlicher Eintagsküken nach herrschender Meinung, sollte sie weiter fortgesetzt werden, nach § 17 Nr. 1 TierSchG als strafbar zu qualifizieren und verstößt gegen Art. 20a GG, da dieser nicht nur die natürlichen Lebensgrundlagen, sondern auch die Tiere als Mitgeschöpfe schützt. Wir wollen die Eierproduktion aus Umwelt-, Klima und Tierschutzgründen deutlich reduzieren.

Begründung:

In Deutschland werden jährlich ca. 45 Millionen männliche Küken getötet, da die Züchter keine Verwendung, nämlich das Legen von Eiern, für sie haben. Dies hängt mit der Art der Züchtung des Geflügels zusammen. Momentan werden zwei Rassen gezüchtet. Die eine ist darauf spezialisiert in möglichst kurzer Zeit möglichst viel Fleisch anzusetzen, während die andere dafür gezüchtet wird, einen hohen Ertrag bei der Eierproduktion zu erzielen. Da Hähne keine Eier legen können, wer-den die Küken kurz nach dem Schlupf durch vergasen oder durch einen sogenannten Kükenmuser getötet und als Tierfutter oder Dünger verwendet.  Dies verstößt nicht nur gegen das Tierschutzgesetz, sondern gegen jegliche Werte, die eine moderne Zivilgesellschaft für sich in Anspruch nimmt. Das Töten von Lebewesen nur um Kosten zu sparen bzw. diese Tiere keinem vernünftigen zuzuführen ist nicht rechtens und verstößt gegen das Grundgesetz. Ein Gesetzentwurf des Landes Nordrhein-Westfalen wurde von der Bundesregierung mit der Begründung abgelehnt, dass bereits an einem Verfahren geforscht werden, welches dazu diene das Geschlecht der Tiere bereits vor dem Schlupf zu erkennen. Allerdings sind die-se Verfahren entgegen der Behauptung des Ministers für Ernährung und Landwirtschaft nicht marktreif. Abgesehen davon ist durch die Einführung dieser Methode mit einer Preissteigerung der Eier zu rechnen, wodurch das Argument, dass der Verbraucher mit der Praxis des Tötens aufgrund von Kostenersparnis einverstanden ist, ad absurdum geführt wird. Außerdem ist es die Aufgabe des Tierschutzes das Tier und nicht den Menschen zu schützen. Es ist die Aufgabe einer guten Sozialpolitik, dass sich Bürger Eier oder auch einmal Fleisch leisten können. Dies darf nicht zu Lasten des Tierschutzes bzw. der Tiere gehen. Im Mai folgte schließlich die Entscheidung des OVG Münster über das Fortsetzen der Praxis des Tötens. Das Gericht entschied zugunsten der Geflügelzüchter, da es eine zu große wirtschaftliche Belastung für die Betriebe sah, wenn diese die Hähne großziehen müssten. Leider zeigt diese Entscheidung, dass Verständnis von Unternehmen und einigen Juristen, dass der Mensch an erster Stelle steht bzw. die Rechte von Tieren praktisch nicht oder kaum existieren. Hier muss die Frage erlaubt sein, wann endlich zu Gunsten des Tierschutzes und gegen die wirtschaftlichen Interessen entschieden wird, wenn nicht in diesem Fall, bei dem Millionen von Lebewesen getötet werden.  Denn das Töten der männlichen Küken steht auch stellvertretend für eine Industrie, die nur darauf ausgerichtet ist den Profit zu maximieren und das Tier und die Umwelt auszubeuten.

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