U10 Verbot von Mikroplastik in Kosmetika

AntragstellerInnen: Sachsen

Verbot von Mikroplastik in Kosmetika

Der Juso-Bundeskongress möge beschließen:

Mikroplastik in Kosmetika müssen schnellstmöglich verboten werden.

Begründung:

Plastik findet sich am Strand, Plastik findet sich im Shampoo und Plastik findet sich auch auf dem Teller wieder. Dieser Vorwurf wird von vielen Umweltorganisationen, vom BUND bis hin zu Greenpeace, in Deutschland erhoben. Da in der Verbreitung von Plastik, insbesondere von Mikroplastik, eine Gefahr für die Umwelt und somit auch den Menschen bestünde, fordern nicht nur die Umweltorganisationen ein aggressives Vorgehen gegen den Plastikmüll. Dazu gehört auch die Forderung eines Verbots von Mikroplastik in Kosmetika.

Als Mikroplastik werden feste und unlösliche synthetische Polymere (Kunststoffe) bezeichnet, die kleiner als fünf Millimeter sind. Die Kosmetikindustrie verwendet nicht nur partikuläres Mikroplastik, sondern auch andere synthetische Kunststoffe in ihren Produkten. Diese können im Wasser quellbar und zum Teil auch löslich sein. Sie dienen unter anderem als Schleifmittel, Filmbildner, Füllstoff und Bindemittel. Da Abbauwege und Umweltauswirkungen von flüssigen Kunststoffen ungeklärt sind und ein nachträgliches Entfernen aus der Umwelt nicht möglich ist, setzen wir uns dafür ein den Eintrag zu verhindern.

Insbesondere im Abwasser gerät es durch die Flüsse in die Ozeane. Da es so kleinteilig ist, kann es kaum von den Kläranlagen herausgefiltert werden. In den Meeren angekommen, wird es häufig von maritimen Organismen versehentlich mit Nahrung aufgenommen und gerät so auch in unsere Nahrung. Insbesondere für Kleinlebewesen ist dies problematisch, da Mikroplastik zu einer Blockierung des Magen-Darm-Trakts und somit zum Tod führen kann. Eine zusätzliche Gefahr stellt zudem die Freisetzung von Additiven aus Plastik dar. Additive, auch als Weichmacher bekannt, sind meist Kunststoffen hinzugefügt, um die Gefahr der Entzündbarkeit zu verringern und vor UV-Strahlung zu schützen. Diese können sich im Körper von Lebewesen anreichern. Hier können sie dann toxisch oder hormonell wirksam sein. Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass sich andere Schadstoffe (z.B. Pestizide, Industriechemikalien…) am Mikroplastik anlagern und so die schädliche Wirkung noch verstärken.

Wie erkennen zwar an, dass durch die freiwilligen Auflagen, entstanden durch den sogenannten Kosmetikdialog zwischen Umweltministerium und Kosmetikindustrie, eine Reduzierung des Eintrags von Mikroplastik geführt hat. Jedoch gehen diese noch nicht weit genug, da die Auflagen nur Schleifmittel in Zahncremes und Peelings umfasst. Trübungsmittel finden hingegen keine Berücksichtigung.

Dass ein Verbot absolut sinnvoll und geboten ist, haben bereits die Länder Großbritannien und Neuseeland verstanden, die Mikroplastik in den meisten Kosmetika ab 01.08.2018 verboten haben.

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Änderungsanträge zu U10

Nr Zeile AntragstellerInnen Text Begründung Status
U10_Ä1 1 Berlin

Z1: Füge ein hinter “beschließen:”
“Viele Gewässeruntersuchungen zeigen bereits, dass sich in unseren Gewässern und im Grundwasser sekundäres und primäres Mikroplastik befindet. Als Mikroplastik werden feste und unlösliche synthetische Polymere (Kunststoffe) bezeichnet, die kleiner als fünf Milimeter sind. Von primären Mikroplastik spricht man bei Plastikpartikeln dieser Größe, die direkt als solche Produkten zugefügt wurden, zum Beispiel als Granulat in Kosmetika. Sekundäres Mikroplastik ist Mikroplastik, das durch Zersetzung aus größeren Plastikpartikeln hervorgegangen ist. Sekundäres Mikroplastik gelangt über die verschiedenste Wege in die Umwelt. Die Quellen für sekundäres Mikroplastik sind tief verankert in den verschiedensten Bereichen des Alltags, der Industrie und der Landwirtschaft: Reifenabrieb, PET-Flaschen und Plastikmüll, die durch Wasser und UV-Strahlung aufreiben, illegale Entledigung von Abfällen, Verluste der Kunststoffverarbeitenden Industrie, zudem Mikrofasern, die beim Waschen ins Abwasser gelangen oder über die Luft transportiert werden können, Klärschlamm auf landwirtschaftlichen Flächen, Abdeckfolien, die in der Landwirtschaft verwendet werden.
Mikroplastik sind eine unsichtbare und schleichende Gefahr für Tier und Mensch. Besonders die Abwässer stellen ein Problem dar, da die Kläranlagen noch immer mindestens 5% des Mikroplastik nicht herauszufiltern vermögen, was in der Masse der durch Abwässer transportierten Mikroplastikpartikel einen großen Umwelteinfluss darstellt, da die nicht herausgefilterten Mikroplastikpartikel in den Ozeanen und Meeren landen können, wo sie erheblichen Einfluss auf die Tierwelt haben. Insbesondere bei Kleinlebewesen kann Mikroplastik durch die Blockierung des Magen-Darm-Trakts bis hin zum Tod führen. Eine Gefährdung der Kleinlebewesen bedeutet auch eine Gefährdung des ganzen marinen Ökosystems. Ähnlich sind auch terrestrische aquatische Ökosysteme und Böden gefährdet.
Letztlich stellt die Gefährdung der globalen Ökosysteme auch eine Gefahr für die Menschen dar, weil auch wir auf die stabile, funktionierende Ökosysteme angewiesen sind und nicht zuletzt weil Mikroplastik durch die Umwelt auch in unsere Nahrung gelangen kann. In Verbindung mit Mikroplastik ergeben sich weitere Gefahren. So können sich weitere Schadstoffe, wie Pestizide, Industriechemikalien etc., auf den Mikroplastikpartikeln ablagern und so in die Umwelt eingetragen werden. Außerdem besteht die Gefahr der Freisetzung von Additiven, auch als Weichmacher bekannt, die als Zusätze zu Kunststoffen diese weniger entzündbar machen und sie vor UV-Strahlung schützen sollen. Diese freigesetzten Additive können sich im Körper von Tier und Mensch anreichern und toxisch oder hormonell wirksam sein.

Deswegen fordern wir:”

U10_Ä2 3 Berlin

Z 3 Ergänze neue Bulletpoints
“ – Die Einführung einer weiteren Klärstufe in Wasseraufbereitungs- und Kläranlagen, um Mikroplastik im Trinkwasser zu reduzieren. Die dafür notwendigen Mittel sind vom Bund un der EU zu tragen, um eine Belastung der kommunalen Haushalte und der Gebührenträger*innen zu vermeiden.”

U10_Ä3 3 Berlin

Z 3 Ergänze neue Bulletpoints
“- Eine Aufklärungskampagne über die Verbreitung und die Risiken von Mikroplastik, um die Öffentlichkeit stärker dafür zu sensibilisieren.”

U10_Ä4 3 Berlin

Z 3 Ergänze neue Bulletpoints
“- Die Untersuchungen bei Gewässer- und Trinkwasseruntersuchungen auf Mikroplastik auszuweiten.”

U10_Ä5 3 Berlin

Z 3 Ergänze neue Bulletpoints
“- Die Einrichtung einer Stelle innerhalb der EU-Kommission, die europaweit eine einheitliche gesetzliche Regelung schafft und einen Gesetzesentwurf für eine Plastiksteuer erarbeitet. Die Plastiksteuer darf nicht zu Lasten der Konsument*innen, sondern muss zu Lasten der Hersteller*innen eingeführt werden.”

U10_Ä6 3 Berlin

Z 3 Ergänze neue Bulletpoints
“- Investitionen in die Forschung, die Gefahren und Auswirkungen auf die Umwelt und den Menschen untersucht, sowie Investitionen für die Entwicklung von Techniken zur Reduktion von Mikroplastik und von alternativen, umweltverträglichen Stoffen.”

U10_Ä7 3 Berlin

Z 3 Ergänze neue Bulletpoints
“- Vor allem durch Abrieb von Plastikmüll in den fünf großen Müllstrudeln in den Ozeanen entsteht sekundäres Mikroplastik, dass sich dann in der Tiefsee ablagert, wo es nicht mehr entfernt werden kann. Deswegen fordern wir Projekte und Forschung zu Techniken die die Abfischung des Mülls aus dem Meer ermöglichen.”

U10_Ä8 4 Berlin

Z4 – Z31 Streichen