M2 Vereinfachung der Kommunikation von Ämtern mit Gefüchteten

AntragstellerInnen: Rheinland-Pfalz

Vereinfachung der Kommunikation von Ämtern mit Gefüchteten

Wir fordern, dass Formulare, Informationsmedien und der komplette Schriftverkehr von Ämtern und Behörden an Geflüchtete vereinfacht wird.

Dazu zählt für uns:

  1. Die Texte müssen in leicht verständlicher Sprache verfasst werden.
  2. Der Aufbau der Texte muss stets darauf geprüft werden, dass wichtige Informationen klar zu erkennen sind.
  3. Es muss ein sichtbarer Hinweis für kostenfreie und unkomplizierte Anlaufstellen bei Verständnisproblemen eingefügt werden.
  4. Es soll eine kurze Erklärung des Formulars bzw. Briefes in der Muttersprache des Geflüchteten am Anfang des Formulars/Briefes eingeführt werden
  5. Es sollen Testläufe mit einer repräsentativen Stichprobe von Geflüchteten abgehalten werden. Je nach (Nicht-)Verständnis der Informationen in Bescheiden und der notwendigen Angaben für Formulare soll das Verfahren weiter angepasst werden.
Begründung:

Formulare, Anträge und offizielle Bescheide sind für viele Menschen eine große Hürde: viel zu häufig versteht man diese nicht oder wichtige Informationen gehen unter. Doch was, wenn man darauf angewiesen ist, diesen Schriftverkehr möglichst fehlerfrei zu verstehen aber Deutsch als Zweitsprache erst erlernt und vom Verständnis Sicherheit und Zukunft abhängen? Gerade für Menschen, die beispielsweise einen Antrag auf eine Aufenthaltserlaubnis stellen, ist es wichtig, dass sie diese Briefe verstehen und eventuelle Termine und Fristen deutlich erkennen können. Durch unnötig komplizierte Wörter und Satzstellungen werden hier enorm hohe Hürden aufgestellt. Wenn Geflüchtete durch so unnötig komplizierte Briefe eine Frist nicht einhalten können, wird ihr Bemühen, eine Aufenthaltserlaubnis zu erlangen, nur weiter erschwert und kann im schlimmsten Fall zu unwiderruflichen Nachteilen führen. Und selbst, wenn ein Brief nur zur Mitteilung dient, entsteht schnell eine Unsicherheit und Angst, dass man durch die unverständlichen Formulierungen etwas nicht versteht und einen Fehler machen könnte.

Das gleiche gilt für Formulare und Informationsmedien: Versteht man nicht, was man ausfüllt und wozu verschiedene Angaben dienen sollen, füllt man schnell etwas falsch aus. Und dies kann wiederum zu Nachteilen der Geflüchteten führen. Zudem sollen Informationsmedien unter anderem dazu dienen, dass man solche Formulare und Bescheide besser verstehen kann. Doch wenn diese genau so unverständlich geschrieben sind, ist ihr Zweck absolut verfehlt.

Es sollte eine Selbstverständlichkeit sein, dass alle Menschen eine faire Chance bekommen, selbstständig Formulare ausfüllen und Bescheide verstehen zu können. Ebenso sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, dass man dennoch für den Fall, dass es Probleme oder Unsicherheiten gibt, man eine Anlaufstelle genannt bekommt. Denn nicht alle Geflüchteten haben Menschen in ihrem Umfeld, die ihnen hierbei helfen können.

Durch eine Vereinfachung der Sprache in Briefen und Formularen und einem – auch visuell – einfacheren Aufbau gibt man Geflüchteten die Chance, selbstbestimmter und weniger verunsichert handeln zu können und vereinfacht langfristig gesehen auch für die Ämter selbst die Kommunikation.

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Änderungsanträge zu M2

Nr Zeile AntragstellerInnen Text Begründung Status
M2_Ä1 4 Bremen

Ersetze in Zeile 4 “leicht verständliche Sprache“ durch “Leichte Sprache“

M2_Ä3 11 Hamburg

Streichung in Zeile 11 “Es sollen Testläufe mit einer repräsentativen Stichprobe von Geflüchteten abgehalten werden.“

M2_Ä2 37 Berlin

Z. 37
Streiche “und weniger verunsichert”