C2 Verpflichtende Vergütung für in Prüfungsordnungen festgeschriebene Praktika

AntragstellerInnen: Nord-Niedersachsen

Verpflichtende Vergütung für in Prüfungsordnungen festgeschriebene Praktika

Wir fordern eine Reform des Mindestlohngesetzes aus dem Jahre 2015 (MiLoG): Sämtliche in Prüfungsordnungen festgeschriebenen Pflichtpraktika sollen nicht vom Mindestlohn ausgeschlossen werden, sondern mindestens mit ebenjenem vergütet werden. 

Beschluss

geändert angenommen

PDF

Download (pdf)

Änderungsanträge zu C2

Nr Zeile AntragstellerInnen Text Begründung Status
C2_Ä1 1 Nordrhein-Westfalen

Ergänze auf S. 44 in Z. 1 nach „Sämtliche in“: „hochschulischen“.

C2_Ä4 1 Bayern

Streiche in Zeile 1 „Wir forder…“ bis „…(MiLoG)“

C2_Ä7 1 Berlin

Z.0: Füge ein nach ’festgeschriebene‘: “und freiwillige“

C2_Ä8 1 Hannover u.a.

Füge in Zeile 1 vor den bisherigen Antragstext ein:

Ein Hochschulabschluss allein ist bei der Suche einer Arbeitsstelle in vielen Fällen nicht mehr ausreichend. 7 Unternehmen fordern immer öfter durch Praktika generierte Berufserfahrung von ihren Bewerber*innen.

Daher haben viele Studiengänge mittlerweile ein verpflichtendes Praktikum in ihrer Prüfungsordnung festgeschrieben, an Fachhochschulen immer häufiger auch ganze Praxissemester. Diese dauern in der Regel zwei bis sechs Monate und werden in Vollzeit absolviert. Aufgrund des verpflichtenden Charakters sind sie Voraussetzung zur Erlangung eines Abschlusses. Die Praktika sind meist in höheren Semestern vorgeschrieben, sodass die Studierenden zum Zeitpunkt der Praxisphase bereits über fortgeschrittene Kenntnisse verfügen und vielseitig im Unternehmen eingesetzt werden können.

So werden Praktikant*innen immer häufiger als vollwertige Arbeitskräfte des Unternehmens betrachtet: Ihnen werden umfangreiche, eigenständig zu bearbeitenden Tätigkeiten und Projekte zugewiesen, die Arbeitszeit ist identisch mit der von regulären Arbeitskräften und auch Überstunden werden oft erwartet. Als logische Konsequenz sollten Praktikant*innen somit, wie normale, fest angestellte Arbeitnehmer*innen, anhand ihres Aufgabenfeldes und ihrer Qualifikation angemessen vergütet werden.

Mit der Einführung des flächendeckenden Mindestlohns im Jahre 2015 sind jedoch genau solche Pflichtpraktika von der Mindestvergütung ausgeschlossen und müssen überhaupt nicht entlohnt werden. Nach dem Gesetz zur Regelung eines allgemeinen Mindestlohns (MiLoG) gilt für alle Arbeitnehmer*innen ein Bruttomindestlohn von 8,50e je Stunde (seit dem 01.01.17 8,84e). Explizit ausgeschlossen sind jedoch, nach § 22, Schüler*innen und Studierende, die ein verpflichtendes Praktikum im Rahmen ihrer Ausbildung absolvieren.

Als arbeitende Angestellte, welche dem Unternehmen Profit einbringen, verdienen Praktikant*innen jedoch ein Gehalt, durch den ihr Arbeitsaufwand entlohnt wird und der es ihnen ermöglicht, ihre Lebenshaltungskosten zu bestreiten.

Durch die Auslassung der Pflichtpraktika aus dem Mindestlohngesetz wird Praktikant*innen das Recht aberkannt, für Arbeit entlohnt zu werden und ein menschenwürdiges Leben zu führen. Denn wie neben einer 40 Stunden Woche noch ausreichend Geld verdient werden soll, um die Miete und lebenswichtige Güter zu finanzieren, bleibt fraglich.

Eine angemessene Vergütung ist nichts anderes als die Anerkennung der Arbeit, die ein Mensch verrichtet. Praktikant*innen sollte dieses Recht nicht aberkannt werden.

Ergänze weiterhin in der ehemaligen Zeile 1 hinter „fordern“ das Wort „daher“.

C2_Ä12 1 Sachsen

Streiche in Zeile 1 “Wir fordern eine Reform des Mindestlohngesetzes aus dem Jahre 2015 (MiLoG):“

C2_Ä5 2 Bayern

Ersetze in Zeile 2 und 3 von „nicht“ bis „ebenjenem“ durch „im Gesetzgebungsverfahren zur Mindestausbildungsvergütung mit aufgenommen werden und mit dieser“

C2_Ä11 2 Hamburg

Zeile 2: ergänze nach Pflichtpraktika: “…in Studium oder Ausbildung ab einer Länge von vier Wochen analog zum BaföG, ausgeschlossen hiervon sind Hospitationspraktika.“

C2_Ä13 2 Sachsen

Ersetze “nicht vom Mindestlohn ausgeschlossen werden, sondern mindestens mit ebenjenem vergütet werden.“ in Zeile 2 und 3 durch: 

“zukünftig mindestens mit einer Entschädigung in der Höhe des BAföG-Höchstsatzes vergütet werden. Dies garantiert ein gegenüber dem normalen Studium gleichbleibendes Lebensniveau und sichert ab, dass keine übermäßige Bevorteilung im Vergleich zu Auszubildenden erfolgt. In diesem Zusammenhang bekräftigen wir unsere Forderungen nach einer ordentlichen Mindestausbildungsvergütung und nach einer umfassenden BAföG-Reform, die zu einem elternunabhängigen und bedarfsgerechten Betrag führt.“

C2_Ä2 3 Nordrhein-Westfalen

Ergänze auf S. 44 in Z. 3 nach „vergütet werden“: „, egal welchen Alters die jeweiligen Praktikant*innen sind.“.

C2_Ä6 3 Bremen

Füge ein am Ende von Zeile 3: “Unser Ziel ist ein Mindestlohn, der für alle gilt.“

C2_Ä3 4 Berlin

Z. 4 füge ein: „Des Weiteren fordern wir, dass die Unternehmen in die Pflicht genommen werden. Dies bedeutet, dass wir im Falle von fehlenden Angeboten, Sanktionen wie z.B. Geldstrafen fordern. Dies soll alle Betriebe betreffen, sowohl öffentliche als auch private Arbeitgeber*innen.“