P11 Verteilungsschlüssel für Pflegekräfte – Situation der Pfleger*innen verbessern

AntragstellerInnen: Hessen-Nord

Verteilungsschlüssel für Pflegekräfte – Situation der Pfleger*innen verbessern

Der Bundeskongress möge beschließen:

Wir fordern die Einführung eines staatlich festgelegten Verteilungsschlüssels für die Pflegeberufe in Krankenhäusern. Dieser soll beinhalten, dass tagsüber (6 bis 22 Uhr) eine ausgebildete Pflegekraft für höchstens acht zu pflegende Personen zuständig ist.

Die daraus resultierende Folge ist, dass zusätzliche Arbeitskräfte benötigt werden. Wir fordern, dass diese von staatlich geprüften Fachpersonal besetzt werden.

Wir fordern, dass ab der neunten zu pflegenden Person eine zweite staatlich geprüfte Pflegekraft eingestellt wird.

Des Weiteren soll für den Nachtdienst (22 Uhr bis 6 Uhr) gesetzlich geregelt sein, dass eine staatlich geprüfte Pflegekraft für höchstens 15 Patienten zuständig ist. Der bisherige Schlüssel auf Intensivstationen muss erhalten bleiben.

Begründung:

Alexander Jorde hat es in der Wahlarena in direkter Auseinandersetzung mit Bundeskanzlerin Angela Merkel gezeigt. Die Arbeitsbedingungen wie auch die Bedingungen die zu pflegenden Personen ist unter der Würde der Menschen. Die Arbeitskräfte sind oftmals deutlich überfor-dert und bekommen für die von ihnen geleistete Arbeit nicht die zustehende Wertschätzung und Anerkennung. Das Gleiche gilt für die zu pflegenden Personen. Wie er schon festgestellt hat, wird alltäglich die Würde der zu pflegenden Menschen verletzt. Zwar spricht Alexander Jorde von einer Höchstzahl von fünf zu pflegenden Personen bei einem/r PflegerIn nach skandinavischen Vorbild, allerdings sollten wir in der Bundesrepublik Deutschland eine Politik der kleinen, aber dafür effektiven Schritte, der „Hau-Ruck-Politik“ vorziehen. Laut einer aktu-ellen Studie über staatliche Vorgaben zur Personalausstattung an Krankenhäusern "Nurse-to-Patient-Ratios" ist zu entnehmen, dass es in deutschen Kliniken gemessen an der Patienten-zahl deutlich weniger Pflegepersonal als in anderen vergleichbaren Ländern gibt. In Deutsch-land gibt es doppelt so viele Patienten pro Krankenschwester wie in den Niederlanden. Wäh-rend sich hierzulande im Schnitt eine Pflegekraft um 13 Patienten kümmert, beträgt das Ver-hältnis in der Schweiz und in Schweden etwa eins zu acht. In den Niederlanden ist es eins zu sieben. Und in den USA kommen auf eine Krankenschwester sogar nur 5,3 Patienten. Be-sonders heftig ist der Unterschied bei Nachtdiensten. Für eine Nacht hatte die Gewerkschaft Verdi per Stichprobe im Jahr 2015 ermittelt, dass 17.000 Pflegekräfte bundesweit etwa 324.000 Patienten zu versorgen hatten. Das entspricht einem Verhältnis von eins zu 19. Das Zahlenverhältnis zwischen Pflegern und Patienten sei nicht nur ein wichtiger Gradmesser für die Arbeitsbedingungen, betonten die Wissenschaftler. Sie beeinflusse auch die Qualität der Pflege und die Patientengesundheit. Empirische Studien hätten gezeigt, dass sich die Perso-nalbemessung unter anderem auf das Risiko von Infektionen, Thrombosen und Todesfällen durch zu spät erkannte Komplikationen auswirke.

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Änderungsanträge zu P11

Nr Zeile AntragstellerInnen Text Begründung Status
P11_Ä1 1 Hamburg

Ersetzung in Z. 1 des Wortes “eines” durch das Wort “von” und das Wort “Verteilungsschlüssels” durch das Wort “Verteilungsschlüsseln”