B6_Ä12

Nach Z. 172:  Füge ein:

„Dass eine Beschäftigung mit der eigenen Arbeit nur sehr einseitig, profitorientiert erfolgt, liegt an den Unternehmensleitungen. Die Unternehmensleitungen haben die neue produktive Kraft der Beschäftigten erkannt und müssen sie für sich nutzbar machen. Die einzige Art und Weise aber, wie Produktivität sich für die Unternehmen auszahlt, ist die in Form von Profit. Eine andere Alternative haben sie nicht. Im globalen Wettstreit der Unternehmen miteinander ist die einzige Richtlinie, nach der sie sich vergleichen können, die des Profits. Ein Unternehmen, das seinen Profit nicht beständig zu erhöhen in der Lage ist, geht in der Konkurrenz unter.

Die Beschäftigten aber haben eine Alternative. Wir haben eine Alternative. Anders als die Unternehmen sind die Beschäftigten nicht an die Profitabilität ihrer Arbeit gekettet. Der Zweck ihrer Arbeit ist es, die menschliche Gesellschaft zu erhalten und fortzuentwickeln. Jede*r Beschäftigte nimmt dabei einen bestimmten Platz in der gesellschaftlichen Arbeitsteilung ein.

In den letzten Jahrhunderten hatten die Unternehmen die Funktion, im Rahmen der gesamtgesellschaftlichen Arbeitsteilung die Produktion unter Berücksichtigung der gesellschaftlichen Anforderungen an ihre jeweilige Branche möglichst ökonomisch, d. h. zugleich möglichst profitabel zu gestalten. Sie bestimmten darüber, wer wo was zu arbeiten hatte. Ihr Interesse an Profit war die ökonomische Form, durch die sich die gesellschaftliche Arbeitsteilung in regelmäßig krisenhaften Prozessen „von selbst“ – wenn man so will – „regulierte“. Mittlerweile geben die Unternehmen diese Funktion mehr und mehr an die Beschäftigten ab. Die Beschäftigten lernen, selber zu erkennen, wie sie ihre Arbeitskraft gesellschaftlich sinnvoll und angemessen einsetzen können und sollen. Sie lernen, selbst ihre Arbeitskraft im Rahmen der gesellschaftlichen Arbeitsteilung einzusetzen und so nach und nach die gesamtgesellschaftliche Arbeitsteilung zu koordinieren.“