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Füge in Zeile 1 vor den bisherigen Antragstext ein:

Ein Hochschulabschluss allein ist bei der Suche einer Arbeitsstelle in vielen Fällen nicht mehr ausreichend. 7 Unternehmen fordern immer öfter durch Praktika generierte Berufserfahrung von ihren Bewerber*innen.

Daher haben viele Studiengänge mittlerweile ein verpflichtendes Praktikum in ihrer Prüfungsordnung festgeschrieben, an Fachhochschulen immer häufiger auch ganze Praxissemester. Diese dauern in der Regel zwei bis sechs Monate und werden in Vollzeit absolviert. Aufgrund des verpflichtenden Charakters sind sie Voraussetzung zur Erlangung eines Abschlusses. Die Praktika sind meist in höheren Semestern vorgeschrieben, sodass die Studierenden zum Zeitpunkt der Praxisphase bereits über fortgeschrittene Kenntnisse verfügen und vielseitig im Unternehmen eingesetzt werden können.

So werden Praktikant*innen immer häufiger als vollwertige Arbeitskräfte des Unternehmens betrachtet: Ihnen werden umfangreiche, eigenständig zu bearbeitenden Tätigkeiten und Projekte zugewiesen, die Arbeitszeit ist identisch mit der von regulären Arbeitskräften und auch Überstunden werden oft erwartet. Als logische Konsequenz sollten Praktikant*innen somit, wie normale, fest angestellte Arbeitnehmer*innen, anhand ihres Aufgabenfeldes und ihrer Qualifikation angemessen vergütet werden.

Mit der Einführung des flächendeckenden Mindestlohns im Jahre 2015 sind jedoch genau solche Pflichtpraktika von der Mindestvergütung ausgeschlossen und müssen überhaupt nicht entlohnt werden. Nach dem Gesetz zur Regelung eines allgemeinen Mindestlohns (MiLoG) gilt für alle Arbeitnehmer*innen ein Bruttomindestlohn von 8,50e je Stunde (seit dem 01.01.17 8,84e). Explizit ausgeschlossen sind jedoch, nach § 22, Schüler*innen und Studierende, die ein verpflichtendes Praktikum im Rahmen ihrer Ausbildung absolvieren.

Als arbeitende Angestellte, welche dem Unternehmen Profit einbringen, verdienen Praktikant*innen jedoch ein Gehalt, durch den ihr Arbeitsaufwand entlohnt wird und der es ihnen ermöglicht, ihre Lebenshaltungskosten zu bestreiten.

Durch die Auslassung der Pflichtpraktika aus dem Mindestlohngesetz wird Praktikant*innen das Recht aberkannt, für Arbeit entlohnt zu werden und ein menschenwürdiges Leben zu führen. Denn wie neben einer 40 Stunden Woche noch ausreichend Geld verdient werden soll, um die Miete und lebenswichtige Güter zu finanzieren, bleibt fraglich.

Eine angemessene Vergütung ist nichts anderes als die Anerkennung der Arbeit, die ein Mensch verrichtet. Praktikant*innen sollte dieses Recht nicht aberkannt werden.

Ergänze weiterhin in der ehemaligen Zeile 1 hinter „fordern“ das Wort „daher“.