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Füge nach Zeile 39 ein:

„Eine weitere vermögensbezogene Steuer muss in diesem Zusammenhang diskutiert werden: die Grunderwerbssteuer. Diese wird heute einmalig beim Kauf eines Grundstücks fällig. Jede erneute Wertsteigerung des Grundstücks nach dem Kauf werden deshalb erst von den nächsten Käufer*innen versteuert. Ein wirksames Hemmnis gegen Bodenspekulation stellt die Grunderwerbssteuer deshalb nicht dar. Eine gerechte Besteuerung trifft Investor*innen, die in (ggf. auch zukünftig) attraktiven, sich entwickelnden Stadtvierteln kaufen und große Profite aus der Wertsteigerung generieren besonders stark. Wir wollen deshalb die Grunderwerbssteuer in eine Bodenwertzuwachssteuer umwandeln. Hierbei würde der Bodenwertzuwachs beim Verkauf besteuert. Dies hat den Vorteil, dass leichter zu ermitteln ist, wie hoch dieser Bodenwertzuwachs zwischen Kauf und Verkauf ausfällt. Die Bodenwertzuwachssteuer besteuert also genau den Betrag, welchen die Investor*innen maximieren wollen. Dieses Instrument kann somit wirksam gegen Spekulation sein. Diese Steuer muss dabei so bemessen sein, dass sie eine ausreichende finanzielle Ausstattung der Länder und der zugehörigen Kommunen gewährleistet.

Auch wenn Wertsteigerungen durch Verbesserung der Infrastruktur durch die Kommune bedingt sind, erfolgt durch das Instrument der Bodenwertzuwachssteuer ein die vermehrte Investition refinanzierende Beteiligung. Somit ergänzt sie die schon heute rechtlich vorhandenen Entschädigungen, die die öffentliche Hand für bodenwertmindernde Maßnahmen an die Eigentümer*innen zahlen muss und beendet den unhaltbaren Zustand, dass vom Staat verursachte Wertverluste die öffentliche Hand trägt, während von ihm verursachte Wertzuwächse den Eigentümer*innen zu Gute kommen.“