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  1. Arbeitsplatzsicherung für alle ArbeitnehmerInnen

Die Arbeiterinnen und Arbeiter in der Automobilindustrie machen gute Arbeit. Der  Dieselskandal darf nicht auf Kosten der Belegschaften ausgetragen werden. Wir brauchen eine   Arbeitsplatzsicherung für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Dazu brauchen wir auch ein   Bekenntnis für die Menschen, die derzeit von Leiharbeit betroffen sind . Jede Kollegin und jeder  Kollege in der Automobilindustrie hat unsere Solidarität. Der Arbeitsplatzverlust muss verhindert        werden, hinter jedem Arbeitsplatz steht ein Leben. Daher fordern wir:

  • Staatliche Hilfen für notleidende Unternehmen aus Bundes- oder Landesmitteln halten wir grundsätzlich für eine mögliche Option, solange die Gelder den Arbeitnehmer*innen zugute kommen, die Unternehmen umfassende Mitwirkungspflichten akzeptieren und Gehaltskürzungen zunächst bei Manager*innen vorgenommen werden und nicht bei der einfachen Belegschaft
  • die sofortige Beendigung der unterschiedlichen Behandlung von Leiharbeiter*innen, die in Folge der Konzernkrise leichtfertig gekündigt werden. Im Falle des nachweislichen Missbrauchs der Leiharbeit fordern wir, dass Leiharbeiter*innen ein Recht zum Eintritt in ein reguläres Arbeitsverhältnis zusteht. Konsequenterweise hat das rückwirkend zur Folge, dass das entsprechende Entgelt inklusive der Sozialversicherungsbeiträge von VW nachentrichtet werden müssen. Dieser Grundsatz gegenüber den Missbrauch von Leiharbeit gilt unverändert für die Beschäftigten der Zulieferer im Verhältnis zu ihren Arbeitgeber*innen*.
  • Die Landesregierungen muss gemeinsam mit der Bundesregierung solche Möglichkeiten im Vorfeld prüfen und im engen Austausch mit den Betrieben und Unternehmen bleiben.
  • Arbeitszeitverkürzung

Um die Beschäftigungssicherung zu gewährleisten, muss das Mittel der Arbeitszeitverkürzung stärker in den Fokus gerückt werden. Die Produktivitätssteigerungen der letzten 10 Jahre sind letztendlich der durch die Beschäftigen geleistete Mehrproduktion anzurechnen. Dennoch wurden sie nicht in dem Ausmaß an den Produktivitätsgewinnen beteiligt, wie es ihnen zugestanden hätte. Deswegen fordern wir:

– Wir fordern eine Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohhnausgleich, um die Beschäftigten an den Produktivitätssteigerungen der vergangenen Jahre zu beteiligen

– Wir müssen an der Seite der ArbeiterInnen stehen und es darf dabei nicht zu einer geringeren Entlohnung kommen, damit die Beschäftigten weiterhin Planungssicherheit haben

– Die Betriebe vor Ort sind in der Lage, dies zu organisieren, die Gewerkschaft muss gemeinsam mit der Sozialdemokratie die Rahmenbedingungen dafür schaffen.

  • Altersteilzeit

Die Betriebe und Unternehmen müssen die tariflich, geregelten Altersteilzeiten nutzen, um einen gleitenden Übergang in den Ruhestand zu ermöglichen und gleichzeitig jüngeren Beschäftigten eine Perspektive zu bieten. Daher fordern wir: Die Sozialdemokratie muss gemeinsam mit den Gewerkschaften einen Altersteilzeitsübergangsplan entwickeln  damit der gleitende Übergang finanziell schaffbar ist und den jungen Menschen diese Perspektive geschaffen wird.

  • Ausbildung muss weiter fester Bestandteil bleiben

Wir brauchen weiterhin einen Ausbildungspakt, um junge Menschen aus und in den Regionen eine Perspektive zu geben. Die junge Generation ist die Zukunft der Regionen und der Gesellschaft. Daher fordern wir:

– Die Firmen in der Automobilindustrie müssen auch weiterhin junge Menschen ausbilden und Qualifizierung anbieten.

-Die Bundes- und Landesregierungen müssen diesen Prozess mitbegleiten und sich aktiv dafür einsetzen

 

  • (Weiter)Qualifizierung stärken

Digitalisierung, Elektromobilität und Arbeit 4.0 sind die große Herausforderung in der Zukunft. Wir müssen die Beschäftigten in der (Weiter-)Qualifierzung fordern und fördern. Daher fordern wir:

– Die Landesregierungen sollen geminsam mit der Bundesregierung und den Gewerkschaften  einen Weiterqualifizierungspakt für die Beschäftigten entwickeln, um Alle für die Herausforderung in der Zukunft bereit zu machen.

  • Zusammen sind wir stärker – Betriebsversammlung mit Sozialdemokratie Zusammenarbeit und gemeinsame Inhalte erkämpfen, kann nur gemeinsam im Dialog stattfinden. Betriebsversammlungen sind ein Ort, wo die Beschäftigten ihre Sorgen und Ängste kommunizieren müssen und sollen. Dies muss auch der Platz der Sozialdemokratie sein, um die Befürchtungen auszunehmen und gemeinsam für die Beschäftigten politisch zu kämpfen.