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Füge ein in Z. 216:

Prävention und Teilhabe
Ein wichtiger Teil eines anderen Dogmas im Gesundheitssystem ist
eine gute Präventionspolitik. Wenn sich die Pflegefallwahrscheinlichkeit
mit steigender Lebenserwartung auch nach hinten verschiebt, könnte
laut einer Studie des Statischen Bundesamtes und des
Bundesinstitutes für Berufsbildung der Bedarf an professionell
Pflegenden im Jahr 2025 auf 140.000 statt 200.000 Pflegekräfte
ansteigen. Konkret bedeutet dies, dass eine bessere gesundheitliche
Verfassung der Bevölkerung durch präventive Maßnahmen dazu führt,
dass die Menschen zu einem wesentlich späteren Zeitpunkt auf eine
professionelle Pflege angewiesen sind. Dass dies kein*e Selbstläufer*in
ist, zeigt ein Blick in die Pflegestatistik von 2011. In dieser zeigt sich,
dass bereits ab dem sechzigsten Lebensjahr eine kontinuierliche
Steigerung der Pflegebedürftigkeit zu verzeichnen ist. Zwischen dem 85
und 89 Lebensjahr liegt die Pflegebedürftigkeit bei Frauen* bereits bei
41,9 Prozent und bei Männern* bei 28,6 Prozent. Geht man davon aus,
dass unsere Gesellschaft immer älter wird und keine umfangreichen
altersgerechten Präventionsmaßnahmen initiiert werden, verschlimmert
sich die Personalsituation in der Pflege noch wesentlich gravierender.
Dass Menschen früh in ihrem Leben auf die Pflege anderer angewiesen
sind, ist zum Teil auch auf die soziale Benachteiligung im Laufe eines
Lebens zurückzuführen. Daher ist die Bekämpfung von Armut,
Bildungsferne und den daraus resultierenden Beschränkungen der
gesellschaftlichen Teilhabe eine wichtige Aufgabe der
Gesundheitsförderung und Prävention, auch für ältere Menschen. Es
geht um eine Politik der Lebensphasen für alle Generationen. Dabei
werden die Kommunen in der Entwicklung und Durchführung nationaler
Präventionsprogramme als Orte des Gesundheitshandelns eine
größere Rolle spielen.