X3 Aufbau digitaler Infrastrukturen

Problemaufriss

In Diskussionen um gesellschaftlichen Wandel nimmt die Digitalisierung einen festen Platz ein. Die Vernetzung der Welt schreitet in vielen Bereichen des Zusammenlebens unaufhaltsam voran. Obwohl die Digitalisierung in aller Munde ist, gesprochen wird meist nur über den Wandel der Arbeit und FakeNews.

Die grundlegenden Veränderungen in der Art und Weise, wie die Gesellschaft miteinander kommuniziert und Politik und Parteien veranstaltet werden, werden dabei nur am Rande thematisiert. Zwar beziehen wir unsere Nachrichten zur politischen Meinungsbildung zunehmend aus dem Internet und auch der Austausch über Politisches findet zunehmend im Digitalen statt, klassischen politischen Akteuren wie Parteien kommen in den großen Netzwerken jedoch nur passive, abseitige Rollen zu.

Als politische Organisation können auch wir uns nicht den grundlegenden Veränderungen der zunehmenden Digitalisierung von Gesellschaft entziehen. Sowohl in der Kommunikation nach außen zur Verbreitung unserer Inhalte, wie auch nach innen, zur Koordination von Veranstaltung und zur Vernetzung untereinander sind wir abhängig von großen Netzwerkanbietern wie Facebook oder Google. Problematisch ist in dieser Hinsicht, einerseits dass die marktorientierten Algorithmen darüber entscheiden, was in unseren Newsfeeds auftaucht und was nicht. Andererseits sind wir an die Möglichkeiten und Grenzen der technischen Angebote als solche gebunden, die darüber entscheiden wie unsere Vernetzung aussieht.

 

Die SPD ins Digitale

Deshalb benötigen wir als Verband und Partei eigene digitale Infrastrukturen. Wir benötigen eine Netzwerkplattform, die es uns erlaubt uns zu vernetzen, zu kommunizieren und unsere Arbeit zu koordinieren.

Ein solches Netzwerk muss für alle Mitglieder auf allen Endgeräten zugänglich sein. Ganz so wie klassische Netzwerke braucht es persönliche Profile und Newsfeeds zum Austausch von Neuigkeiten, Statements oder Veranstaltungen. Darüber hinaus benötigt eine politische Organisation vielfältige Möglichkeiten der Vernetzung. So braucht es einerseits die Möglichkeit sich entlang der klassischen Strukturen der Partei und des Verbands in Ortsvereinen, (Unter-)Bezirken und entsprechenden Gremien zu vernetzen. Andererseits soll eine Vernetzung in Gruppen nach Interessen und Zielen möglich sein, um kleinen verstreuten wie auch großen Interessensgemeinschaften die Möglichkeit zur Vernetzung und Durchsetzung ihrer Inhalte zu geben. Weiterhin bietet es sich für Vorstände und Gremien, wie auch für interessengeleitete Gruppen an, organisatorische Werkzeuge, etwa zum gemeinsamen Schreiben eines Antrags oder zur Koordination von Aufgaben oder dem Erstellen von Veranstaltungen, einzubauen.

Im stetigen Wandel darf sich die Erneuerung der Partei nicht nur auf das Austauschen von Köpfen oder Aktualisieren von Inhalten beschränken. Es bedeutet auch, die Strukturen der politischen Partizipation in den Blick zu nehmen, die Potentiale der neuen technischen Möglichkeiten zu erkennen und wahrzunehmen.

Proletarier aller Länder, vernetzt euch!