G15 Ausweitung der Gendergesetzgebung für börsennotierte Unternehmen

Status:
(noch) nicht behandelt

Wir fordern die Bundesregierung auf, die gesetzliche Genderquote auf die Vorstände und obersten Führungsebenen bei Unternehmen mit Börsennotierung und paritätischer Mitbestimmung und Unternehmen mit Börsennotierung oder Mitbestimmungspflicht auszuweiten sowie auf die Aufsichtsräte bei Unternehmen mit Börsennotierung oder Mitbestimmungspflicht. Das Recht auf eine selbstgesetzte Zielgröße soll entfallen, sodass große Unternehmen gezwungen sind, Genderdiversität in Führungsebenen zu etablieren.

Begründung:

Die Gendergesetze für börsennotierte Unternehmen sollen alle Faktoren, die ein Geschlecht vor dem anderen benachteiligt ausgleichen. Frauen schaffen es oft keine großen Karrieren aufzubauen, da sie Kinder kriegen. Es benachteiligt sie dahingehend, dass sie theoretisch in ihrem Beruf schwangerschaftsbedingt ausfällt. Die Gesetze sehen vor, dass diese Unternehmen sich selbst Zielvorgaben für einen Frauenanteil in Vorständen und den obersten beiden Führungsebenen geben. Die Definition dieser Ebenen ist leider nicht reguliert und steht dem Unternehmen frei zur Wahl. Diese Vorgaben sind nicht verbindlich, aber wenn man sie nicht erfüllt, muss man öffentlich kommunizieren wieso, man diese Vorgabe nicht erreicht haben konnte. Das heißt außer für die Aufsichtsräte gibt es bis jetzt keine verbindlichen Frauenquoten.

Die bisherigen Bemühungen der Gendergesetze für börsennot. Unternehmen war ein Schritt in die richtige Richtung, doch scheint es seinen Ansprüchen nicht gerecht zu werden. Abzulesen ist dies an den selbstgesetzten Zielvorgaben in den jeweiligen Rechenschaftsberichten bzw. Teil- und Ganzjahresberichten. Der Großteil von dem Gesetz adressierten Unternehmen hat sich für die Zielgröße 0, für den Frauenanteil in ihren Vorständen, entschieden. Auch die Definition der Führungsebenen kann so ausgelegt werden, dass man einfach die Ebene mit dem größten Frauenanteil zur Führungsebene erklärt. Es handelt sich hier immerhin um international agierende Großkonzernen, die sehr große Unternehmensstrukturen vorzuweisen haben.

Das großangelegte Gendermainstreaming scheint vor allem in den obersten Führungsebenen von den börsennot. Unternehmen ins Stocken zu geraten. Die Teilweise sehr schwammigen Forderungen in der Gesetzgebung öffnen diesen Unternehmen Tür und Tor den Gendermainstream zu umgehen.

Wenn die deutsche Unternehmenskultur langfristig verändert werden soll, damit Frauen die gleichen Chancen für die gleichen Karrieren wie Männer haben, müssen vor allem die Unternehmen mit Vorbildcharakter in die Verantwortung gezogen werden.