U21 Ausweitung und Vereinheitlichung des deutschen Pfandsystems

Ziel des Antrages ist die Einführung einer einheitlichen und vollumfänglichen Bepfandung aller Plastik- und Glasflaschen sowie Getränkedosen zu einem einheitlichen Preis von 0,25€, unabhängig vom Inhalt der Flaschen/Dosen. Individualflaschen und Einwegflaschen sollen eingschränkt werden.

Begründung:

In Deutschland gibt es aktuell unterschiedliche Pfandsysteme und eine Reihe von Ausnahmeregelungen, die den Umgang mit Getränkeverpackungen unnötig kompliziert und wenig nachhaltig machen.

Zum 1. Januar 2003 wurde in Deutschland das Pfand auf Einwegverpackungen (sogenannter Dosenpfand) eingeführt. Seit dem 1. Mai 2006 organisiert die DPG (Deutsche Pfandsystem GmbH) eine einheitlichere Pfandabwicklung und sorgte für eine erste Vereinfachung des Pfandsystems. Bislang gibt es jedoch nach wie vor Ausnahmen in der Bepfandung von Getränkeverpackungen. Dazu gehörten bis vor kurzem molkehaltige Getränke, diätische Getränke oder Fruchtsaftgetränke. Das zum 01. Januar 2019 in Kraft getretene neue Verpackungsgesetz nahm eine Ausweitung der Pfanderhebungs- und Rücknahmepflicht auf zwei weitere Getränkegruppen vor:  Frucht- und Gemüsenektare mit Kohlensäure (z.B. Fruchtschorlen) und Milcherzeugnismischgetränke (z.B. Energydrinks mit Molkenanteil).

Aber: Verpackungen für Getränke ohne Kohlensäure (nach wie vor pfandfrei) und Getränke in Glasflaschen (0,08-0,15€ Pfand) unterliegen nach wie vor einer anderen, wenig durchsichtigen Bepfandung. An dieser Stelle fordern wir eine endgültige und komplette Vereinheitlichung des deutschen Pfandsystems, die nicht nur eine einfachere Handhabung für Konsumenten, den Handel und die Industrie zum Ergebnis hätte, sondern vor allem auch einen bewussteren Umgang mit Verpackungsmaterialen befördern würde. Hierdurch könnte verhindert werden, dass bisher pfandfreie Plastikflaschen und Dosen weggeworfen oder wieder verwendbare Glasflaschen im Altglas landen.