N1 Deutschland im eSport afk!?

Status:
(noch) nicht behandelt

Der eSport erlebt in den letzten Jahren, nicht zuletzt durch die Corona-Krise, ein wachsendes Interesse weltweit. Durch Wettkämpfe mit zweistelligen Millionenbeträgen als Preisgelder ist die wachsende Bedeutung des eSports kaum zu übersehen. In vielen Ländern gibt es bereits Strukturen, die eine Ausübung für interessierte Sportler*innen ermöglichen, in Deutschland hingegen sind solche Strukturen nicht einmal für Gemeinnützigkeit geöffnet. Der eSport muss auch in Deutschland als Sportart ohne Einschränkungen anerkannt werden, sonst verpassen wir eine Möglichkeit Jugendliche zu fördern und nachhaltige Strukturen in einer jungen Sportart zu schaffen. Die Stärke des eSports liegt in seinem diversen Angebot an Disziplinen und den hohen Grad an Kooperation unter den Spieler*innen. Wir dürfen jetzt nicht verschlafen und muss geeignete Strukturen und Regularien für den eSport schaffen.

 

Die Anerkennung der Gemeinnützigkeit

Wir müssen die Rahmenbedingungen schaffen, dass deutschlandweit eine Vereinsstruktur für eSport aufgebaut oder hinzugefügt werden kann. Deswegen fordern wir eine Anerkennung der Gemeinnützigkeit vom eSports seitens der Gesetzgeberin und den zuständigen Sportverbänden nach § 52 Abs. 2 Nr.21 der Abgabenordnung. Aktuell wird eSports in den aktuellen Vereinsstrukturen gegenüber den traditionellen Sportarten kaum berücksichtigt.  Dies kann weitere Vorteile, wie beispielsweise neue (junge) Mitglieder, bringen. Zusätzlich ist die Durchsetzung der Altersbegrenzungen in Vereinsmannschaften und Alterskontrollen durch Coaches und Trainer*innen gewährleistet. Der Weg für die Stärkung des Ehrenamtes im Bereich des eSports wird hierdurch geebnet und bestehende Strukturen zwischen traditionellem Sport und eSport können ausgebaut werden.

 

Strukturen schaffen und Fördermittel bereitstellen!

Die Stärkung des Ehrenamtes ist ein wichtiger Schritt, doch gehören im Ausbau der Strukturen nachhaltige Kontrollmechanismen (wie z.B. Gütesiegel; Vorgaben) dazu. So können gewisse Standards eingeführt und gehalten werden. Die Bundesregierung muss Rahmenbedingungen erarbeiten wie zukünftig Förderungen für eSports-Vereine gerecht verteilt werden können.

Der Bund soll Kommunen und Länder, Träger der freien Jugendhilfe und Sportvereine bei dem Aufbau von Strukturen im eSport finanziell unterstützen und beratend zur Seite stehen. Hierbei sollen u.a. Trainerlizenzen gefördert werden, Fahrtkostenzuschüsse möglich gemacht werden, Veranstaltungen bezuschusst werden und die Einrichtung von eSport Räumen gefördert werden. Ebenfalls wollen wir mit einem im Haushalt festgelegten Etat Fördermittel für nicht-kommerzielle Projekte bereitstellen, die für Umbaumaßnahmen, Anschaffung von Endgeräten, wie beispielsweise Computern, Softwareprogrammen oder Medienkompetenz-Seminaren verwendet werden können.

 

Sportler*innen kompetent begleiten!

Die Sportler*innen benötigen Begleitung, die ergänzend zu den diversen Disziplinen angeboten wird. Denn das gemeinsame Training ist nicht ausreichend, um eine ganzheitliche Einbettung des Sports zu gewährleisten. Dazu gehören hier unter anderem Coachings in Medienkompetenz (Eltern können hier eingebunden werden), genauso wie der Umgang mit den unterschiedlichen Spielen und ihren Communities. Der Umgang mit Verlieren und Frust bei kompetitiven Spielen sollte auch Beachtung finden. Ein wichtiger Aspekt ist auch die mentale und physische Gesundheit. Hierzu gehört die Aufklärung über die Suchtgefahren und der Ausgleich durch andere sportliche Aktivitäten sowie einer ausgewogenen Ernährung. Es ist das gesetzte Ziel eine diskriminierungsfreie Vereinskultur aufzubauen. Aus diesem Grund müssen bei der Begleitung auch Themen wie Hate Speech und Sexismus auf der Agenda stehen.

 

Die Schaffung von “sicheren Räumen” ermöglichen!

Um die Vereinskultur diskriminierungsfrei zu gestalten, ist es wichtig direkt zu Beginn eine inklusive Struktur zu schaffen. Im eSports-Bereich bieten sich viele Möglichkeiten, da die Strukturen erst im Entstehen sind und Erfahrungen aus anderen Sportdisziplinen herangezogen werden können. Hierzu gehört die Schaffung von sicheren Räumen, in denen sich bestimmte Gruppen (z.B. Frauen*-Gruppen) treffen können und ebenfalls die Möglichkeit erhalten eSports kennenzulernen und kompetitiv zu spielen. Hierfür können Frauen*-Quoten oder Frauenteams hilfreiche Instrumente sein. Jedoch soll die Diversität des eSports erhalten bleiben.

 

eSport Bundeszentren schaffen!

Wir fordern die Einführung von eSport Bundeszentren, welche als Begegnungsorte für den eSport dienen sollen. Die Bundeszentren sollen als Förderer und Schnittstelle für den eSport und die Digitalisierung in Deutschland dienen. Neben einem Begegnungsort sollen sie ebenfalls einen Bildungsauftrag erhalten und die Bürger*innen jeden Alters im Umgang mit Medien und Medienkompetenz schulen und bilden. Das eSport Bundeszentrum soll auch die Sichtbarkeit von bestimmten Gruppen (z.B. Frauen*) im eSport fördern und auf die Diversität des Sports hinweisen. Mit der Etablierung von eSport Zentren kann auch die Möglichkeit genutzt werden Digitalisierung neuzudenken und innovative moderne Ideen zu entwickeln und voranzubringen.

 

Olympische Perspektive für den eSport schaffen

Wir fordern eine Olympische Perspektive für den eSport weltweit. Hierfür wollen wir uns einsetzen und mit den Sportverbänden ins Gespräch kommen. Durch eine Olympische Beteiligung des eSports bestehen die Möglichkeit der Verjüngung und Modernisierung der Olympischen Spiele.

Begründung:

eSport ist in Deutschland zurzeit noch eine unkontrollierte, sehr schnell wachsende Community. Sexismus, Rassismus, Mobbing, Beleidigungen und Diskriminierungen sind Alltag in den Chats der Spiele. Zwar achten z.T. die Publisher auf Verhaltensregeln die sie sich selbst gesetzt haben, dennoch wird besonders Sexismus und Diskriminierung oft nicht konsequent bestraft. Da der eSport und das Gaming zurzeit noch keine festen Strukturen in Deutschland etablieren konnte, da die gesetzliche Grundlage fehlt, breitet sich auch Sexismus, Diskriminierung unkontrolliert aus und steht nur unter der Kontrolle von privatwirtschaftlichen Konzernen. Nur wenn Deutschland die Grundlage für die Förderung von eSport schafft können wir die Jugendlichen in der Gamingcommunity die angestrebten Werte von Gleichstellung, Diskriminierungsfreiheit und Chancengleichheit näher bringen. Genauso wie in anderen Sportarten auch, ist das Equipment oftmals teuer und eSport Vereine könnten hier für Jugendliche Zugang zu Sportutensilien günstig anbieten und Jugendliche dabei unterstützen wichtige Erfahrungen des Wettkampfes nicht alleine erleben zu müssen. Der Umgang mit Scheitern und Verlieren würde nicht länger alleine im Kinderzimmer erlebt werden, sondern könnte mit anderen Teammitgliedern, Sozialpädagog*innen und Trainer*innen gemeinsam reflektiert werden.

 

Diese Möglichkeit eine noch in den Kinderschuhen steckende Sportart mit aufzubauen darf sich Deutschland nicht entgehen lassen und muss jetzt Handeln. eSport ist einer der wenigen Sportarten, die International breit aufgestellt ist und sich divers in den einzelnen Clans und Communitys zusammensetzt. Gerade aufgrund der Internationalität ist es umso wichtiger, dass eSportler*innen die Möglichkeit erhalten sich weltweit zu vernetzen und Visa einfacher an eSportler*innen verteilt werden können.