U10 Doppelnutzung landwirtschaftlicher Flächen

Status:
(noch) nicht behandelt

Landwirtschaftliche Flächen sollen zukünftig doppelt genutzt werden. Dazu wird die SPD-Bundestagsfraktion aufgefordert, sich für eine Anpassung des Landwirtschaftsgesetzes einzusetzen, um eine gesetzlich anerkannte Doppelnutzung landwirtschaftlicher Flächen mit Agrar-PV Kombination zu ermöglichen, sodass auch diese nach dem EEG gefördert werden können.

Begründung:

Durch eine Agrar-PV Kombination (Agrophotovoltaik) wird die Nutzungseffizienz landwirtschaftlicher Flächen nahezu verdoppelt. PV überdachte Agrarflächen oder Kombinationen wie die Konversion von Agrarflächen, die aktuell ausschließlich für Energiepflanzen – häufig Monokulturen – genutzt werden mit PV-Anlagen können in besonders trockenen Regionen die Pflanzen vor zu viel Sonneneinstrahlung schützen, eine Renaturierung des Bodens ermöglichen und somit den Ertrag sichern. Des Weiteren kann bei dürrebedingten Ernteausfällen so die finanzielle Sicherheit des landwirtschaftlichen Betriebs hergestellt werden. Der gewonnene Strom kann zum Teil gleich lokal genutzt werden, bspw. zum Aufladen elektrisch angetriebener landwirtschaftlicher Maschinen. Zudem bestünde die Möglichkeit, derartige APV-Anlagen von lokalen Landwirt*innen und Unternehmer*innen oder den Gemeinden betreiben zu lassen, sodass die lokale Wertschöpfung der Region gefördert würde. Wir hätten hiermit die Gewährleistung einer Akteur*innenvielfalt im EE-Sektor und könnten die Förderung der Energiewende in Regionen vorantreiben, die bisher durch ihre geographische Lage einen geringeren Anteil an EE hatten (Bsp. Bodenseeregion: hier wurde der Bau von Windkraftanlagen zum Schutz des Alpenpanoramas oft abgelehnt).

Erfolgreiche Pilotprojekte, z.B. in Bayern, haben gezeigt, dass diese kombinierte Nutzung eine effiziente Landwirtschaft auch in Hinblick auf kommende Klimafolgen ermöglicht.