G8 Erweiterung des Mutterschutzes: Schutz für beide Elternteile

Während viele Paare bereits eine gleichberechtigte Beziehung zu führen glauben, ist meist die Geburt des ersten Kindes ein Rückschritt in patriarchale Beziehungsmuster. Dann bleibt in heteronormativen Beziehungen meist die Frau mit dem Kind zu Hause, während der Mann weiterhin Vollzeit arbeitet oder gar noch seine Arbeitszeit erhöht. Durch den Mutterschutz als alleinige Unterstützung für diejenige Person, die das Kind austrägt, festigt der Staat diese Strukturen. Bereits in den ersten Wochen ist vor allem die Mutter für das Kind zuständig, was durch die verpflichtenden 8 Wochen Beschäftigungsverbot bekräftigt wird.

Dabei spricht jedoch nichts dagegen, bereits von Geburt an Erziehung in einer Partnerschaft ebenso gleichberechtigt zu gestalten. Hierfür ist es jedoch notwendig, dass insbesondere Väter, aber auch generell die Partner*innen der schwangeren Person, denselben Schutz genießen wie die schwangere Person. So werden auch die Voraussetzungen dafür geschaffen, weitere Erziehungszeiten gleichberechtigter aufzuteilen als dies bisher meist der Fall ist.

Deshalb fordern wir die Einführung eines „Elternschutzes“ anstelle des bisherigen Mutterschutzes. Anstatt nur der Person, die das Kind austrägt, besonderen Schutz zukommen zu lassen, muss sich dieser Schutz auf beide Elternteile erstrecken.

Hierfür müssen nicht nur der schwangeren Person, sondern auch dem*der jeweiligen Partner*in alle Rechte, die sich aus dem bisherigen Mutterschutz ergeben, zustehen. Hierzu gehören:

– Schutz vor Kündigung

– Beschäftigungsverbot in den Wochen vor bzw. nach der Geburt des Kindes

– Sicherung des Einkommens während des Beschäftigungsverbotes

So soll die Elternschutzfrist wie bisher auch die Frist des Mutterschutzes 6 Wochen vor dem errechneten Geburtstermin beginnen und 8 Wochen nach der Geburt des Kindes enden.

Entsprechendes muss auch für Adoptiveltern gelten. Hier kann der Tag der Adoption als Stichtag für die Berechnung des Elternschutzes genutzt werden.