I7 Fahreignungsprüfung für Führerschein-Inhaber*innen ab 65 Jahren

Status:
(noch) nicht behandelt

Die SPD-Bundestagsfraktion wird aufgefordert, sich für eine Fahreignungsprüfung für Senior*innen ab 65 Jahren einzusetzen. Diese Prüfung sollte neben einem medizinischen Check-Up, inklusive Sehtest, auch einen Fahrtest und einen Demenztest beinhalten und maximal alle fünf Jahre erneuert werden. Als Mobilitätskompensation muss ein kostenfreies bzw. stark vergünstigtes, ganzheitliches ÖPNV-Ticket angeboten werden.

Begründung:

Nach aktueller Gesetzeslage ist es möglich, die Fahrerlaubnis mit 17 Jahren zu erlangen und bis zum Lebensende, ohne eine weitere Überprüfung der körperlichen und geistigen Voraussetzungen, mit einem PKW am Straßenverkehr teilzunehmen.

Unstrittig ist die Tatsache, dass die körperlichen Voraussetzungen, wie beispielsweise das Sehvermögen, die koordinatorische, motorische und kognitive Leistungsfähigkeit, sich im Laufe des Lebens verändern und besonders im Alter abnehmen.

So sind auch die aktuellen Daten des statistischen Bundesamtes keine Überraschung: Im Jahr 2019 betrug die Gruppe der Senior*innen (65 Jahre und älter) mit 34 % den größten Anteil der Verkehrstoten. Bezogen auf eine Million Einwohner*innen ihrer Altersgruppe sind sie mit jeweils 58 Getöteten, die am meisten gefährdetste Altersgruppe.

Noch brisanter wird es bei der Betrachtung der Unfallverursacher*innen. So hatten im letzten Jahr PKW-Fahrer*innen, die an einem Unfall mit Personenschaden beteiligt waren, zu 55,8 % diesen auch als Hauptverursacher*in verschuldet. Den niedrigsten Anteil hat die Altersgruppe der 45 bis 50-Jährigen mit 48,3 %. Danach steigen die Anteile mit zunehmendem Alter kontinuierlich an und erreichen in der Gruppe der mindestens 75-Jährigen den traurigen Höhepunkt von 75,2 %. Das heißt drei Viertel der Pkw-Fahrer*innen dieser Altersgruppe trugen die Hauptschuld an dem beteiligten Unfall.

Diese Zahlen machen Jahr für Jahr deutlich, dass ältere Fahrer*innen ihre nachlassende Leistungsfähigkeit eben nicht durch ihre Fahrweise kompensieren, was unter anderem als ein Argument des Deutschen Verkehrssicherheitsrates gegen eine Pflichtuntersuchung angeführt wird.

Es gibt zahlreiche Beispiele in Europa, die eine solche Regelung erfolgreich eingeführt haben. So muss in Luxemburg, Tschechien und Ungarn ab dem 60. Lebensjahr, in Estland, Griechenland, Kroatien, Portugal, Slowakei, Spanien ab dem 65., in Dänemark, Finnland, Irland, Italien und dem Vereinigten Königreich ab dem 70. Lebensjahr und in den Niederlanden und Norwegen ab dem 75. Lebensjahr die Fahrtauglichkeit getestet werden.

Verpflichtende Gesundheitschecks für PKW-Fahrer*innen ab 65 sind keine Altersdiskriminierung, sondern ein sinnvoller Schritt für mehr Sicherheit im Straßenverkehr!