C1 Farbsehschwäche/Farbenblindheit im Alltag

Status:
(noch) nicht behandelt

Die Jusos fordern einen verstärkten Einsatz für die Belange, bzw. die Situation von Farbsehschwachen/Farbenblinden im Alltag. So sollen Schulbücher, öffentliche (genormt einheitliche) Farbkonzepte (Schilder, Karten, Pläne, öffentliche Bücher/Register, Markierungen auf öffentlichen Wegen und Plätzen) fortan nur nach Beratung mit Behindertenbeauftragten, sonstigen Fachkundigen oder vorzugsweise betroffenen Personen selbst, festgelegt und umgesetzt werden.

Begründung:

Menschen mit Farbsehschwäche oder Farbenblinde werden im Alltag oft aufgrund ihrer Beeinträchtigung unwissentlich durch häufig genutzte Farbschemata beeinträchtigt.

Dieser Umstand ist nicht auf Böswilligkeit zurückzuführen, sondern auf den Umstand, dass die wenigsten – nicht betroffenen Menschen – diese Form der Beeinträchtigung „auf dem Schirm“ haben.

Als Begründung sind daher alltägliche Situationen aus dem Leben Betroffener zu nennen:

An der Kasse bekannter deutscher Supermarkt-Ketten, die das „Geschlossen“ oder „Geöffnet“ einer Kasse über rot, bzw. grün beleuchtete Zahlen anzeigen, sind bereits mehrfach hitzige Diskussionen entbrannt, wenn ein betroffener Mensch sich in dem glauben sich an einer geöffneten Kasse anzustellen nicht darüber im klaren war, das die Zahl bereits auf rot (geschlossen) umgestellt war. Häufig kommt es dann dazu, dass Kassierer*innen in dem Glauben eine*n dreiste*n Kunden*in zurückweisen zu müssen die Personen barsch angehen, obwohl diese die Farbe der Zahl nicht erkennen konnten und lediglich eine besetzte Kasse mit Schlange sahen.

Grundbücher – als öffentliche Register – arbeiten neben schwarzer Schrift mit (Unter-) Streichungen in rot oder mit roter Schrift, um ungültig gewordene Einträge oder Änderungen zu kennzeichnen.

Farbsehschwache Menschen erkennen hierin jedoch keinen Kontrast, was insbesondere dann problematisch ist, wenn neben roten (Unter-) Streichungen auch schwarze zum Einsatz kommen, insbesondere bei älteren Grundbüchern und diese z.T. andere Bedeutung haben.

Bebauungspläne, Ansichtspläne und ingenieurtechnische Pläne arbeiten ebenso mit verschiedenen Grün-, Rot-, Braun- und Gelbtönen (Beige etc.), die z.T. nur in ihrer unterschiedlichen starken Intensität bereits unterschiedliche Bedeutungen haben.

Dies erschwert es farbsehschwachen Menschen ungemein mit derartigen Plänen zu arbeiten, so sehr z.T., dass diese gar nicht damit arbeiten können.

Dies sind nur einige wenige Beispiele, die belegen mit welchen Hindernissen Farbsehschwache/Farbenblinde im Alltag fertig werden müssen, die mit der nötigen Rücksprache deutlich und leicht reduziert werden können.