C17 Freiwilligenjahr für alle ermöglichen

Status:
(noch) nicht behandelt

Der Juso-Bundeskongress möge beschließen:
Die Jusos in der SPD sprechen sich dafür aus, dass ein Jugendfreiwilligenjahr für alle Schulabsolvent*innen, die dieses anstreben, ermöglicht werden muss. Das Angebot soll auch in einer späteren Lebensphase gelten, jedoch maximal bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres. Unter einem Freiwilligenjahr verstehen wir das bisherige Freiwillige Soziale Jahr, Freiwillige Ökologische Jahr sowie diverse internationale Jugendfreiwilligendienste. Um Ausbeutung der Arbeitskräfte zu verhindern, soll ein Freiwilligenjahr auf maximal 18 Monate begrenzt sein.
Wir fordern die stärkere Bewerbung der Angebote an Schulen. Die Schüler*innen sollen die entsprechenden Angebote als echte Alternative zu einem direkten Start in Studium oder Ausbildung wahrnehmen können, insbesondere im ländlichen Raum.
Die absolvierte Zeit soll bei der Anzahl der Wartesemester in doppeltem Umfang angerechnet werden. Weiterhin soll bei Notengleichheit die Person mit absolviertem Freiwilligenjahr bevorzugt werden.
Der Anspruch auf einen Freiwilligendienst kann nur gewährleistet werden, wenn den Trägern ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung stehen. Hier stehen sowohl der Bund als auch die Länder in der Pflicht.

Begründung:

Wir wollen mit dem Antrag explizit das soziale Engagement von jungen Leuten fördern und nicht wichtige Berufe durch billige Arbeitsplätze abdecken. Das Alter von 27 Jahre ist gewählt, um eine klare Abgrenzung zum Bundesfreiwilligendienst für Menschen ab 27 zu schaffen.
Die Nachfrage nach einem Freiwilligenjahr ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Hier müssen auch die Angebote mitziehen, insbesondere im städtischen Bereich. Im ländlichen Raum werden vorhandene Angebote häufig nicht in Anspruch genommen. Das Mitziehen kann aufgrund der Zuweisungen an die Träger jedoch häufig nicht gewährleistet werden. Sie können nicht in kleinen Schritten wachsen, sondern nur so, dass eine entsprechende neue Stelle mit Freiwilligen ausfinanziert werden könnte.
Die doppelte Anrechnung der absolvierten Zeit im Freiwilligendienst soll als zusätzlicher Anreiz dienen, sich ein Jahr lang im Rahmen eines Freiwilligendienstes sozial zu engagieren.