G16 Geschichte feministischer machen - Make history class fun again

Gerade im Geschichtsunterricht geht es meistens um Kriege und große Könige oder Politiker. Spannende Frauen* aus der Geschichte werden kaum behandelt. Dabei gibt es so viele bekannte als auch so viele zum Leben von Frauen* in den verschiedenen Zeitaltern. Da wären zum Beispiel für die Antike die hellenistischen Herrscherfrauen neben Kleopatra, da wären die Töchter adeliger Grundherren, die Nonnen wurden und Klöster leiteten oder die Witwen, die die Handwerksbetriebe ihrer Männer fortführten. Da sind Marie Juchacz, die erste Frau*, die in einem deutschen Parlament sprach, Elisabeth Selbig, Helene Weber, Friederike Nadig und Helene Wessel oder überhaupt die Frauen der bürgerlichen Frauenbewegung, die übrigens auch genauso wie die Arbeiter*innenbewegung gar nicht oder nur kurz behandelt werden.

Wir fordern:

  • Mehr weibliche Vorbilder in den Geschichtsunterricht aufnehmen anstatt immer nur die großen Männer!
  • Kein bloßes Abarbeiten an Jahreszahlen, sondern Entwicklungen, Bewegung und Bevölkerungsschichten und Klassen in den Blickpunkt nehmen!
  • Geschichtsunterricht sollte verpflichtend in allen Jahrgängen genauso wie Politikunterricht abgehalten werden – Kampf gegen Revisionismus und den Rechtsruck!
  • Mehr an Quellen und Biographien arbeiten denn an langweiligen Jahreszahlen

Wo sind die Dokus über Frauen?

Schaut man bei den öffentlich-rechtlichen nach Dokumentationen, so finden sich standardmäßig überproportional viele über Männer. Könige, Kanzler und Politiker. Selten findet sich hierzwischen eine Frau. Zur Zeit gibt es beim ZDF eine ältere über Rosa Luxemburg und eine über das Frauenwahlrecht. Dagegen hat man das Gefühl es gebe zu jedem bekannten Politiker, Herrscher und König der letzten 500 Jahre mindestens zwei Stück. Auch wenn dies eher ein Gefühl, denn eine statistisch Ebene ist, so muss man doch Fragen: Lohnt es sich wirklich nicht Dokumentationen über bewundernswerte Frauen, vor allem aus den letzten 200 Jahren zu machen?

Wir fordern deshalb:

  • Dokus über Frauen*, Dokus über Themen an denen im wesentlichen Frauen* beteiligt waren!
  • Außerdem sollten Dokumentationen dem aktuellen Forschungsstand wiedergeben und keinen veralteten

What’s ‘bout you, SPD?

Vor knapp einem Jahr machte die SPD damit Schlagzeilen ihre Historische Kommission aufgelöst zu haben, die am Ende von der Friedrich-Ebert-Stiftung übernommen wurde. Der einzige bekannte Grund hierfür sind offenbar die Kosten eines solchen Gremiums und die geringe Anzahl von Output, der ohnehin selten in die Breite der Partei strahlte. Auch wenn die dort vertretenen Historiker*innen in dem Bereich der Arbeiter*innenbewegung, der SPD und der Frauen*bewegung forschten und forschen und mit Helga Grebing ihr größtes Aushängeschild hatte.

Wir fordern:

  • Die Historische Kommission der SPD soll wieder eingeführt werden.
  • Sie soll kein reines Professor*innen-Gremium mehr sein.
  • Sie soll anstatt kleiner Veranstaltungen für die Berliner Blase Online-Publikationen zu kleineren und größeren Themen erarbeiten in halb-losen Strukturen.
  • Eine HiKo soll in allen Landesverbänden und Bezirken begründet werden.
  • Die SPD muss ihre eigene Vergangenheit kritisch reflektieren. Sowohl ihr Liedgut als auch die gesamte Geschichte der Arbeiter*innenbewegung.
  • Es sollen mehr weibliche Vorbilder der SPD bekannt gemacht werden neben Lassalle, Bebel und Marx.