C6 Hürden abschaffen – Studium ermöglichen!

Status:
(noch) nicht behandelt

Wie fordern, dass

1) der erfolgreiche Abschluss einer Berufsausbildung zu einer Berechtigung der Aufnahme eines Studiums in grundständigen Studiengängen, d.h. einer allgemeinen Hochschulzugangsberechtigung, führt.

2) die zuständigen Kammern mit Übergabe des Abschlusszeugnisses allen Absolventen eine Bescheinigung mit Ausweis einer angemessen gewichteten Durchschnittsnote in Dezimalform, die aus der Durchschnittsnote der Abschlussprüfung der jeweiligen Kammer sowie der Durchschnittsnote des Abschlusszeugnisses der Berufsschule besteht, aushändigt.

Begründung:

Wir sind überzeugt davon, dass Menschen mit einer erfolgreich abgeschlossenen Berufsausbildung die Aufnahme eines Studiums ermöglicht werden sollte, auch wenn sie kein Abitur haben.

Zur Zeit können nach § 38 HmbHG Personen mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung, einer danach abgeleisteten Berufstätigkeit von in der Regel drei Jahren und einer erfolgreich abgelegten Eingangsprüfung die Berechtigung zum Studium in einem einzelnen Studiengang gelangen. Die Eingangsprüfung, welche lediglich die Aufnahme eines bestimmten Studiengangs ermöglicht, ist dabei gebührenpflichtig. Momentan wird von der Universität der Freien und Hansestadt Hamburg eine Teilnahmegebühr in Höhe von 204,50 EUR erhoben.

Berufstätige, die nach Abschluss einer Berufsausbildung eine Fortbildungsprüfung gemäß § 37 I HmbHG absolviert haben – insbesondere MeisterInnen und FachwirtInnen, erlangen damit derzeit die Berechtigung zum Studium in grundständigen Studiengängen, d.h. eine allgemeine Hochschulzugangsberechtigung.

Die derzeitige Regelung halten wir für unzureichend, da der Hochschulzugang für Absolventen einer Berufsausbildung nur mit der Überwindung unverhältnismäßig hoher Hürden möglich ist. Beide vorhandenen Möglichkeiten verlangen einen hohen zeitlichen und finanziellen Aufwand, ohne dass zwangsläufig anzunehmen ist, dass die zusätzliche Berufspraxis oder die abgeschlossene Fortbildung zu einer besseren Vorbereitung auf ein Studium führt. Die derzeitige Regelung sorgt dafür, dass die Absolventen einer Berufsausbildung, die studieren möchten, gezwungen werden, für längere Zeit in ihrem erlernten Beruf tätig zu sein bevor sie überhaupt die Möglichkeit zu einem Hochschulzugang erhalten.

Die Möglichkeit direkt nach der Ausbildung ein Hochschulstudium zu beginnen, ohne dabei zunächst drei Jahre Berufserfahrung sammeln zu müssen, wird aber gerade von Arbeitgeberseite oftmals gewünscht und gefördert.

 

Die von uns vorgeschlagene Regelung vereinfacht den Hochschulzugang für Menschen mit abgeschlossener Berufsausbildung, da willkürlich gesetzte Hürden abgeschafft und Menschen unabhängig von ihrer sozialen Herkunft den Zugang zu universitärer Bildung ermöglicht wird.