G3 Impulse für ein zeitgemäßes Gesundheitssystem

Status:
(noch) nicht behandelt

Gesundheit ist ein Grundbaustein unseres Wohlbefindens. Doch was, wenn das medizinische System, das uns im Krankheitsfall wieder aufpäppeln soll, nicht für alle gilt? Medizin ist bisher nicht auf alle ausgelegt. Medizin diskriminiert. 

Gerade in Zeiten von Corona wird der Zugang zur Schwangerschaftskonfliktberatung zusätzlich  erschwert. Betroffene* haben wenig Möglichkeit an unbefangene Infos zu kommen. Deswegen fordern wird:

  • Schwangerschaftskonfliktberatung auch in Zeiten von Corona ermöglichen. 

 

Seit wenigen Jahren ist bekannt, dass Herzinfarkte sich nicht bei allen Geschlechtern gleich äußern. Die Symptome können gravierende Unterschiede aufweisen, je nach Hormonhaushalt oder Chromosomensatz. Jedoch werden viele medizinische Studien mit Männern durchgeführt. Die Begründung besteht oft unter anderem darin, dass sie bei den langen Studienlaufzeiten nicht schwanger werden können. Dies hat zur Folge, dass Medikamente, Therapien, Symptome etc. oft bloß auf Männer gemünzt sind. Dies kann lebensgefährliche Folgen für Frauen mit sich ziehen. Derzeit sterben mehr Frauen an einem Herzinfarkt als Männer, da dieser bei ihnen oft erst zu spät festgestellt wird (Quelle wird noch ergänzt). Doch es dreht sich nicht nur um das binäre Geschlechtersystem. Wie kann sich ein Herzinfarkt bei inter* oder trans* Menschen äußern? Dies sind Felder, denen kaum Bedeutung zugeschrieben wird. Gendermedizin spielt an deutschen Universitäten jedoch noch lange keine große Rolle. In Österreich ist die Thematik bereits im praktischen Jahr fest etabliert. 

Deshalb fordern wir: 

  • Vorschriften für Studien so anpassen, dass diese nicht nur mit Männern* durchgeführt werden
  • Gender Medizin an Universitäten als Pflicht-Programm (Frauen reagieren anders auf Medikamente, das Geschlecht wird bei Studien weniger oft angegeben.
  • Die unterschiedlichen Symptome und Therapien von Erkrankungen wie  z.B. bei einem Herzinfarkt müssen über Kampagnen stärker in die Gesellschaft getragen werden. 
  • Feste Etablierung der Geschlechtsinkongruenz, Geschlechtsdysphorie und Trans-Gesundheit: S3-Leitlinie zur Diagnostik, Beratung und Behandlung im Medizin-Studium 
  • Forschung im Bereich der Gender-Medizin stärken und besser Fördern 

 

Bilder und Sprache bilden die Wirklichkeit. Das erleben wir unter anderem schon beim Gendern der Sprache. Doch auch Bücher und vor allem Lehrbücher bilden uns. Im universitären Kontext sind sie unabdingbar um angehenden Ärzt*innen bei der praktische Durchführung ihres Berufs eine Stütze zu sein. Beim Blick in die Anatomiebücher finden sich leider oft nur weiße Menschen. Doch wie sieht der Hautausschlag auf nicht weißer Haut aus?
Deshalb fordern wir: 

  • Lehrbücher auch auf nicht-weiße Menschen auslegen.