J1 Kostenerstattung für den Arbeitsweg für Jugendfreiwilligendienstleistende

Status:
mit Änderungen angenommen

Der Bundeskongress der Jusos möge beschließen, dass die Kosten für den Arbeitsweg von Jugendfreiwilligendienstleistende erstattet werden.

Begründung:

Jugendfreiwilligendienste fördern die Bildungsfähigkeit und sozialen Kompetenzen von jungen Menschen. Dabei sind sie Teil der besonderen Formen bürgerschaftlichen Engagements und bieten meist zwischen Schulende und Ausbildung die Chance, Berufserfahrungen zu sammeln, sich zu orientieren, neue Fähigkeiten zu entdecken und Berufsziele zu festigen. Freiwilligendienste sind also ein wichtiger Baustein des gesellschaftlichen Zusammenlebens.

Größtenteils werden die Dienste ganztägig als überwiegend praktische Hilfstätigkeit, die an Lernzielen orientiert ist, in gemeinwohlorientierten Einrichtungen geleistet. Die Arbeitszeit eines Freiwilligen ist vergleichbar mit einer Vollbeschäftigung und wird mit einem kleinen Taschengeld belohnt. Aufgrund der hohen Arbeitszeit ist für einen Nebenjob als zusätzliche Geldquelle rechtlich, wie auch sonst kaum Zeit. Da die meisten Einrichtungen in größeren Städten liegen, kann je nach Wohnort ein langer Arbeitsweg anfallen. Aufgrund des geringen Taschengeldes sind nur die Wenigsten im Besitz eines Autos und müssen somit den ÖPNV nutzen. Im Gegensatz zu Student*innen oder Auszubildenden gibt es jedoch für die Freiwilligen nur eine geringe Vergünstigung der Monatstickets, sodass, je nach Arbeitsweg, die Transportkosten leicht ein Drittel des eigentlichen Taschengeldes kosten können.

Unserer Meinung nach sind Freiwilligendienste von enormer gesellschaftlicher und auch persönlicher Bedeutung, da die Förderung solcher Dienste ein sehr wichtiger Teil der heutigen Bildung ist. Viele Jugendliche sehen nach dem Abitur keine klare

Perspektive. Ein beispielsweise Freiwilliges Soziales Jahr bietet ihnen Möglichkeit zur Orientierung und gleichzeitig zu sozialem Engagement. Jeder, der einen Dienst für die Gesellschaft tut, sollte unterstützt werden. Es kann nicht verlangt werden, dass diese jungen Menschen ihr geringes Einkommen zu großen Teilen für den Arbeitsweg verwenden. Ein Jahr, welches der Bildung und somit dem wichtigsten Grundstein aller dient, sollte nicht der Grund dafür sein, dass sich die Teilnehmer eines solchen Angebotes finanziell stark einschränken müssen. Das Taschengeld sollte nur für den persönlichen Eigenbedarf zur Verfügung stehen.

Aus diesem Grund fordert der Bezirk Nord-Niedersachsen die Übernahme der Kosten für den Arbeitsweg von Freiwilligendiensten in Deutschland.

Änderungsanträge
Status Kürzel Zeile AntragstellerInnen Text PDF
abgelehnt J1_Ä14 1 Nordrhein-Westfalen

Ersetze Z. 1 und 2 durch: „Junge Menschen, die ein freiwilliges Jahr leisten, sollen die Möglichkeit haben, ein subventioniertes Landesticket, angelehnt an das Modell eines Azubi-Tickets, in Anspruch zu nehmen, welches von Arbeitgeber*innen und dem Land bezahlt wird.“

angenommen J1_Ä13 2 Hannover, Braunschweig, Nord-Niedersachsen, Weser-Ems

Ergänze nach Seite 199, Zeile 2 „werden.“: Die Kosten die dadurch anfallen sollen vom Bund übernommen werden.

Text des Beschlusses:

Der Bundeskongress der Jusos möge beschließen, dass die Kosten für den Arbeitsweg von Jugendfreiwilligendienstleistende erstattet werden. Die Kosten die dadurch anfallen sollen vom Bund übernommen werden.

Beschluss-PDF: