C10 Machtmissbrauch verhindern - Lehrstühle abschaffen!

Status:
(noch) nicht behandelt

Zur Reformierung von Forschung und Lehre fordern wir die Abschaffung des Lehrstuhlsystems und streben die Einrichtung von sogenannten Departements und eine Demokratisierung des Forschungswesens durch Abbau veralteter Hierarchien an. Die Macht einzelner Professor*innen soll so eingeschränkt werden.

Die Departements ersetzen die veralteten Lehrstühle und sorgen so für sichere Beschäftigungsverhältnisse und Karrieremöglichkeiten für junge Wissenschaftler*innen. Dabei wird die Anzahl der Professuren durch eine Umschichtung der zur Verfügung stehenden Grundfinanzierung schrittweise erhöht, wodurch der Mittelbau schlussendlich abgeschafft wird. Die Auswahl neuer Professor*innen erfolgt durch das bereits teilweise etablierte Tenure-Track-Verfahren. Mitarbeiter*innen aus Verwaltung und Service (sonstige Mitarbeiter*innen), Doktorand*innen, Post-Docs und studentische Beschäftigte werden nicht mehr Lehrstühlen bzw. einzelnen Professor*innen sondern dem gesamten Departement zugeordnet. Schlussendlich sind nur noch die letzten beiden Gruppen durch Drittmittel finanziert, die überwiegende Mehrheit ist unbefristet eingestellt. Die Verteilung von Ressourcen innerhalb des Departements wird gemeinschaftlich und nicht mehr durch Einzelpersonen bestimmt.

Für den Systemumbau sind die nötigen Gelder zur Verfügung zu stellen, vor allem soll darauf geachtet werden, dass der Umbau des Mittelbaus nicht zu sozialen Härten führt.

Begründung:

An deutschen Universitäten leiden viele junge Wissenschaftler*innen (und auch Studierende) unter einem veralteten System. Professor*innen, die ihre Position ausnutzen, um anderen Wissenschaftler*innen die Arbeit zu erschweren, sie systematisch zu benachteiligen oder schlichtweg über zu viel Entscheidungsmacht verfügen, sollten deswegen entmachtet werden!

Das veraltete Lehrstuhlsystem basiert auf hierarchischen Strukturen und ist nicht mit den Grundideen einer demokratisch geprägten Hochschullandschaft zu vereinbaren. Die Departmentstruktur fördert hingegen einen gleichberechtigten Umgang auf Augenhöhe zwischen allen Wissenschaftler*innen. Außerdem bietet es jungen Wissenschaftler*innen leichtere Einstiegschancen, sichere Karrierewege und mehr Freiheit in Forschung und Lehre, so dass jede*r in diesem Bereich von mehr Vielfältigkeit und neuen Ideen profitieren kann.

Zusätzlich kommt das Departementsystem auch den jetzigen Professor*innen zugute. Durch die Verteilung verschiedener Aufgabenbereiche, wie beispielsweise der Selbstverwaltung, Betreuung und Personalführung, an weisungsgebundene Mitarbeiter*innen, werden diese entlastet, so dass ein größerer Fokus auf den eigenen Forsch- und Lehrgegenstand gesetzt werden kann.