C9 Mehr Rücksicht von Kindern mit besonderen Belastungen an Schulen

Status:
(noch) nicht behandelt

Basiskompetenzen und Grundwissen zu psychischen/psychiatrischen Erkrankungen sowie Auffälligkeiten in der motorischen/psychischen und kognitiven Entwicklung sollen als Pflichtbestandteil in die Lehrer*innenbildung für Lehrkräfte aller Schularten eingeführt werden (z.B. Legasthenie, Dyskalkulie, ADS, ADHS, Depressionen, …). Lehrkräfte sollen in die Lage versetzt werden, erste Anhaltspunkte für mögliche Störungen erkennen und Eltern sowie Fachpersonal angemessen kommunizieren sowie Tipps und Anregungen von Fachpersonal angemessen im Schulalltag umsetzen zu können.

Mehr Sozialarbeiter*innen und ein Schulpsychologischer Dienst soll an Schulen eingesetzt werden, um Kinder zu betreuen.

Begründung:

Viele Kinder haben in der Schule aus den unterschiedlichsten Gründen Schwierigkeiten beim Lernen. Lehrer*innen sind dabei oft mit den Kindern überfordert, da sie nicht die nötige Ausbildung genossen haben, um mit der Situation fachgerecht umzugehen. Dieses Ausbildungsdefizit schadet den betroffenen Kindern stark, da sie sich oft für unfähig und dumm halten. Folglich verlieren sie die Motivation und haben meist schlechtere Schulabschlüsse.

Dies kann am Beispiel der Legasthenie dargestellt werden: Hat ein Kind in der zweiten Klasse starke Schwierigkeiten mit dem Schreiben und Lesen, so wird es oft dazu aufgefordert einfach mehr zu üben. Dabei können sich die Kinder das Schriftbild nicht merken und sind gezwungen auf das Gehör zurückgreifen, um die Buchstaben vom Klang des Wortes zu schätzen. Diese Problemstellung überträgt sich dabei ebenso auf andere Fächer, da hier das Schreiben und Lesen von Texten ebenfalls ein Problem darstellt. Kinder werden dann oft einem Test unterzogen. Mit der Vorlage eines entsprechenden Attests können dann unter Umständen einzelne Noten ausgesetzt werden. Das eigentliche Problem wird aber ignoriert und eine gezielte Förderung bleibt aus.

Ein anderes Beispiel sind familiäre Probleme: Lehrer*innen sind oft Vertrauens- und Bezugspersonen. Schläft ein Kind zum Beispiel ständig im Unterricht ein und berichtet auf Nachfrage von einem tödlichen Unfall eines Elternteils der die Schlafstörungen verursacht, so ist dies für Lehrer*innen eine Ausnahmesituation, welche besonderer fachlicher Kompetenz bedarf. Die richtige Reaktion und Herangehensweise ist für ein Kind in einer solchen Extremsituation unerlässlich.

Auf all diese Situationen sollten nicht nur Sonderpädagogen vorbereitet werden, denn viele dieser Kinder können eine ganz normale Schullaufbahn durchlaufen. Vorrausetzung ist hierbei der richtige Umgang und die richtige Förderung. Oft werden Fehler im Umgang mit diesen Kindern begangen die durch Kompetenzen Vermittlung im Studium vermieden werden können, weshalb hier dringender Handlungsbedarf besteht.