G4 Mutterschaft für lesbische Paare

Um die noch immer bestehende Diskriminierung von Müttern in gleichgeschlechtlichen
Partnerschaften und deren Kindern zu beenden, muss das Abstammungsrecht novelliert
werden. Dabei sind zwei Varianten abzubilden.

  1. Es ist eine Mutterschaftsbekundung einzuführen, die analog zur bisherigen Anerkennung
    von Vaterschaften funktioniert.
  2.  Frauen, die in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft bzw. Ehe leben, werden
    als Mit-Mutter ab Geburt anerkannt.

Variante 1 ist dabei Variante 2 übergeordnet.
Somit entfällt für Kinder, die in einer entsprechenden gleichgeschlechtlichen Partnerschaft,
auf die der Punkt 1 bzw. 2 zutrifft, das bisher übliche Verfahren der Sukzessivadoption.

Begründung:

Die bisher in Deutschland gültigen Regelungen für die Elternschaft nach der Geburt eines Kindes sind weit ab der Realität der heutigen Gesellschaft. Sofern ein heterosexuelles Paar ein Kind bekommt, ist der mit der Frau verheiratete Mann automatisch der Vater des Kindes. Außerdem kann der Mann vor der Geburt des Kindes die Vaterschaft rechtsbindend anerkennen, sofern das Paar nicht verheiratet ist.

Kinder sollen vor allem in einem liebevollen Elternhaus aufwachsen, was nicht zwingend Mutter und Vater umfasst, sondern beispielsweise auch zwei Mütter umfassen kann. Mit einer Mutterschaftsbekundung vor der Geburt können zwei fürsorgende Elternteile bestimmt werden, wodurch die Verantwortung nicht mehr auf den Jugendämtern lastet.
Die derzeitigen Regelungen einer Stiefkindadoption nach der Geburt des Kindes birgt Unsicherheiten für lesbische Eltern und kann mehrere Monate bis Jahre dauern. Die adoptierende Mutter ist bis zum Abschluss des Verfahrens nicht erziehungsberechtigt und hat keinerlei Rechte, Entscheidungen für das Kind zu treffen. Vor allem in Notsituationen kann das kritisch sein. Das bislang übliche, anachronistische Verfahren der nachgeordneten Adoption entfällt somit, was nicht nur Rechtsunsicherheit und Diskriminierung beendet, sondern auch eine entwürdigende Praxis beendet.

Damit entfällt auch die Ungleichbehandlung, dass ein Mann – ob er der biologische Vater des Kindes ist oder nicht – als Vater des Kindes eingetragen werden kann (mit Trauschein, mit Vaterschaftsbekundung), dies auf Mitmütter bislang aber nicht zutrifft.

Im Sinne eines modernen Abstammungsrechtes fordern wir die oben genannten zwei Möglichkeiten für lesbische Paare einzuführen, um Kindern eine sichere familiäre Zukunft bieten zu können.