C8 Prekäre Beschäftigung beenden, Hochschullehre verbessern

Status:
(noch) nicht behandelt

Das Hochschulrahmengesetz und viele Landeshochschulgesetze legen fest, dass Lehraufträge als Ergänzung des Lehrangebotes erteilt werden können. Sie sind ausdrücklich nicht dafür vorgesehen, die grundständige Lehre zu ersetzen. Tatsächlich lässt sich bundesweit auf breiter Fläche beobachten, dass erhebliche Anteile der Kerncurricula und grundständigen Lehre im oben bezeichneten Sinn von Lehrbeauftragten bestritten werden.

Dabei sind die gezahlten Vergütungen für die einzelne Lehrveranstaltungsstunde regelmäßig so gering, dass es sich um prekäre Beschäftigung unterhalb des Mindestlohnes handelt. Hinzu kommt, dass Lehraufträge i.d.R. nur von Semester zu Semester bzw. von Vorlesungszeit zu Vorlesungszeit vergeben werden. 

Zugleich wird dadurch ein billiger Ausweg aus der Unterfinanzierung der Hochschulen gesucht und Lohndumping gegenüber den Tarifbeschäftigten betrieben. 

 

Forderungen: 

–    die Jusos Saar fordern die saarländische Landesregierung auf, die Hochschulen personell und finanziell so auszustatten, dass alle Lehrveranstaltungen, die Studierende zum erfolgreichen Abschluss ihres Studiums absolvieren müssen, von Lehrenden gehalten werden können, die im Rahmen ordentlicher Beschäftigungsverhältnisse nach den jeweils gültigen tarif- und beamtenrechtlichen Bestimmungen beschäftigt sind

–    Lehraufträge dürfen nicht dazu missbraucht werden, die grundständige Lehre zu Billigpreisen anzubieten

–    aus diesem Grund werden die Hochschulleitungen der saarländischen Hochschulen aufgefordert, sich bei der Festlegung der Vergütungen für Lehraufträge an den Kosten zu orientieren, die arbeitgeberseitig für eine Lehrveranstaltungsstunde in einem ordentlichen Beschäftigungsverhältnis aufgewendet werden müssen

–    diese Vergütung ist an den Arbeitgeber-Bruttokosten einer E13 TV-L Vergütung zu orientieren