B2 Solidarität mit den Automobilbeschäftigten – 8 Punkte für Arbeitsplatzsicherung, Zukunft und Solidarität!

Status:
(noch) nicht behandelt

1.) Arbeitsplatzsicherung für alle Arbeitnehmer/innen

Die Arbeiterinnen und Arbeiter in der Automobilindustrie machen gute Arbeit. Der Dieselskandal darf nicht auf Kosten der Belegschaften ausgetragen werden. Wir brauchen eine Arbeitsplatzsicherung für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Dazu brauchen wir auch ein Bekenntnis für die Menschen in der Zeitarbeit.  Jede Kollegin und jeder Kollege in der Automobilindustrie hat unsere Solidarität. Der Arbeitsplatzverlust muss verhindert werden, hinter jedem Arbeitsplatz steht ein Leben. Daher fordern wir:

– es müssen staatliche Hilfe für die Belegschaft geprüft werden, wenn keine andere Option mehr möglich ist
– die Landesregierungen muss gemeinsam mit der Bundesregierung solche Möglichkeiten im Vorfeld prüfen und im engen Austausch mit den Betrieben und Unternehmen bleiben.

2.) Arbeitszeitverkürzung

Um die Beschäftigungssicherung zu gewährleisten, muss das Mittel der Arbeitszeitverkürzung stärker in den Fokus gerückt werden. In den letzten 10 Jahren gab es massive Produktivitätssteigerungen, die die Beschäftigten letztendlich tragen müssen. Es wird immer weiter an dem Prinzip gedreht “Mehr Autos in weniger Zeit mit weniger Leuten“: Daher fordern wir:

– Wir müssen an der Seite der Arbeiter*innen stehen und es darf dabei nicht zu einer geringeren Entlohnung kommen, damit die Beschäftigten weiterhin Planungssicherheit haben
– Die Betriebe vor Ort sind in der Lage, dies zu organisieren, die Gewerkschaft muss gemeinsam mit der Sozialdemokratie die Rahmenbedingungen dafür schaffen.

3.) Altersteilzeit
Die Betriebe und Unternehmen müssen die tariflich, geregelten Altersteilzeiten nutzen, um einen gleitenden Übergang in den Ruhestand zu ermöglichen und gleichzeitig jüngeren Beschäftigten eine Perspektive zu bieten. Daher fordern wir:

–  Sozialdemokratie muss gemeinsam mit den Gewerkschaften einen Altersteilzeitsübergangsplan entwickeln, damit der gleitende Übergang finanziell schaffbar ist und den jungen Menschen diese Perspektive geschaffen wird.
4.) Gleiche Versorgung für Alle

Dort, wo gute Arbeit geleistet wird, darf es keine Unterschiede in der Entlohnung und Versorgung geben. Es darf nicht sein, dass die Menschen in der Zeitarbeit weniger Kurzarbeitsgeld erhalten, als die Stammbelegschaft. Dafür brauchen wir klare Rahmenbedingungen. Daher fordern wir:

– Auch in der Entlohnung darf es keine Unterschiede zwischen den Arbeiter*innen geben. Dort wo gute Arbeit geleistet wird, muss auch immer entsprechend bezahlt werden.
– Die Sozialdemokratie ist aufgerufen, gesetzliche Rahmenbedingungen durchzusetzen, damit kein*e Arbeiter*in schlechter gestellt wird. Dies muss von den Gewerkschaften in den Tarifverträgen gestaltet werden.

5.) Ausbildung muss weiter fester Bestandteil bleiben

Wir brauchen weiterhin einen Ausbildungspakt, um junge Menschen aus und in den Regionen eine Perspektive zu geben.  Die junge Generation ist die Zukunft der Regionen und der Gesellschaft. Daher fordern wir:

– Die Sozialdemokratie muss gemeinsam mit den Betrieben, Unternehmen und Gewerkschaften daran weiterarbeiten.
– Die Firmen in der Automobilindustrie müssen auch weiterhin junge Menschen ausbilden und Qualifizierung anbieten. Die Landesregierungen müssen diesen Prozess mitbegleiten und sich aktiv dafür einsetzen

6.) Zeitarbeit darf keine 3 Jahre dauern

Das Ziel muss lauten: Stammbelegschaft für Alle! Dazu brauchen wir eine Verkürzung der Zeitarbeit.  Es darf nicht sein, dass besonders junge Menschen in der Zeitarbeit gefangen sind. Wer eine Familie und eine Zukunft aufbauen will, braucht Planungssicherheit. Daher fordern wir:

– Dies muss von den Gewerkschaften in den Haustarifen verankert und von der Sozialdemokratie in den gesetzlichen Rahmen aufgegriffen werden.
– Besonders die Automobilindustrie muss an geltende Gesetze angepasst werden

7.) (Weiter)Qualifizierung stärken

Digitalisierung, Elektromobilität und Arbeit 4.0 sind die große Herausforderung in der Zukunft. Wir müssen die Beschäftigten in der (Weiter-)Qualifierzung fordern und fördern. Daher fordern wir:

– Die Landesregierungen müssen gemeinsam mit der Gewerkschaft einen Weiterqualifizierungspakt für die Beschäftigten entwickeln, um Alle für die Herausforderung in der Zukunft bereit zu machen.
8.) Zusammen sind wir stärker – Betriebsversammlung mit Sozialdemokratie

Zusammenarbeit und gemeinsame Inhalte erkämpfen, kann nur gemeinsam im Dialog stattfinden. Betriebsversammlungen sind ein Ort, wo die Beschäftigten ihre Sorgen und Ängste kommunizieren müssen und sollen. Dies muss auch der Platz der Sozialdemokratie sein, um die Befürchtungen auszunehmen und gemeinsam für die Beschäftigten politisch zu kämpfen. Daher müssen beide Seiten sich daran beteiligen, Sozialdemokratie muss eingeladen werden und Sozialdemokratie muss kommen

Begründung:

erfolgt mündlich