G6 „Some people are asexual, deal with it!“ - Für einen aufgeklärten und diskriminierungsfreien Umgang mit Asexualität

Asexualität – Was ist das?

„Was du bist noch Jungfrau?“ „Wie kann man keinen Bock auf Sex haben?“ „Ich habe schon mit dem* oder der* geschlafen. Und du?“, das sind einige Schlagwörter, mit denen sich Asexuelle Menschen oder Menschen, die sich nicht als Asexuell definieren aber so eine Phase kurzfristig oder langfristig durchleben häufig anhören müssen. Dabei ist der*die Asexuelle doch kein anderer Mensch. Asexualität beschreibt in erster Linie das fehlende oder wenige Gefühl der sexuellen Anziehung zu anderen Menschen und ist dabei nicht fest definiert, sondern bewegt sich auf einem Spektrum. Im Gegensatz zur freiwilligen Enthaltsamkeit wie dem Zölibat ist Asexualität eine sexuelle Orientierung, die sich die entsprechende Person nicht ausgesucht hat. Asexualität ist klar von Aromantik abzugrenzen und ist nicht automatisch das Gleiche, obwohl es auch asexuelle Menschen gibt, die aromantisch sind. Die Formen von Asexualität sind sehr verschieden, weshalb Asexualität einen Graubereich darstellt. Es gibt somit es keine Definition gibt. Gerade in der queeren Szene ist Asexualität häufig verpönt oder durch rücksichtslose Aktionen indirekt diskriminiert.

LGBTIQ*, doch wo ist das A?

Wir Jusos sind ein feministischer Verband – und das vollkommen zurecht! Antidiskriminierung und Aufklärung sind der Grundpfeiler unserer Feminismus-Arbeit, nicht zuletzt auch seit der Gründung unseres Awarenessteams im Jahr 2017/2018 im Bezirk Nord-Niedersachsen. Dies ist auch in unserem Arbeitsprogramm klar verankert: „Egal ob Sexismus, Rassismus oder Homophobie. Wir sind gegen jede Art von Ungleichbehandlung und Menschenfeindlichkeit.“

Jedoch wird in der gängigen queeren Schreibweise stets LGBTIQ, bzw. LGBTIQ*, als Abkürzung benutzt. Als Beispiel sei hier der Antrag Z1 des Bundesvorstands auf dem Bundeskongress 2017 genannt.

Es ist wichtig, sich zu vergegenwärtigen, dass Asexuelle Teil der queeren Gemeinschaft sind, da sie durch ihre sexuelle Orientierung eben nicht Teil der „normalen“ Gesellschaft sind und deshalb auch diskriminiert werden. Asexuelle sind Teil eines jeden CSD und jeder Pride Week. Zudem haben viele Menschen haben auch eine asexuelle Phase in ihrem Leben sicherlich schonmal durchlebt.

Dass es auch anders geht zeigt ein Blick in die Vereinigten Staaten. Mit Alexandria Ocasio-Cortez zog eine junge Demokratin ins Repräsentantenhaus ein, die sich auch feministischen Themen widmet. Dazu zählt auch ihr Einsatz für queere Personen, die sie mit der Schreibweise „LGBTQIA+“ beschreibt.

Deshalb fordern wir:

  • Die Einführung der konsequent umzusetzenden Schreibweise „LGBTIQA*“
  • Behandlung der Thematik Asexualität auf Gender-Seminaren
  • Berücksichtigung beim Erstellen von feministischen und queeren Material Asexuelle nicht zu diskriminieren