C15 Unsere Auszubildenden brauchen eine bessere Unterstützung!

Status:
(noch) nicht behandelt

Wir fordern die Schaffung von „Auszubildenden-Büros“ an Berufsschulen, die die Auszubildenden in Streitfällen unterstützen und auch als Mittler*innen zwischen Schüler*innen und Lehrkräften sowie Praktikant*innen und Betrieben tätig sein können. Diese Büros sollen in keinem Fall von „Vertrauenslehrkräften“ oder den Betrieben zugehörigen Personen betreut werden, da die Probleme oder Kritik der Auszubildenden oftmals direkt an Lehrkräfte und Betriebe weitergeleitet werden. Diese Mittler*innen könnten bereits an den Schulen etablierte Schulsozialarbeiter*innen sein, aber auch Lehrende, die nicht in diesem Teil der Berufsschule arbeiten oder auch Gewerkschafter*innen. Eine weitere Möglichkeit wäre ein „Ausbildungs-Beirat“, der paritätisch aus den Gruppen der Lehrkräfte, des Arbeitgeber*innenbereiches (IHK, Kreishandwerkerschaft, etc.) oder auch engagierte Arbeitnehmer*innen aus unterschiedlichen Branchen – im besten Falle Gewerkschafter*innen – besteht. Ebenso die Auszubildenden selbst sollten Vertreter*innen in diesem Beirat stellen.

Begründung:

Nicht selten werden Auszubildende systematisch gedemütigt und arbeiten weit über die erlaubten Stunden hinaus. Beschweren sie sich, wird nicht selten ihre Situation noch unerträglicher. Nicht nur, dass ihre Rechte und Probleme nicht ernst genug genommen werden, auch haben sie keine andere Möglichkeit sich zu beschweren und beim nächsten Problem trauen die Auszubildenden sich nicht mehr zu Lehrenden, Meister*innen oder anderen Angestellten zu gehen und diese zu schildern. Die Auszubildenden müssen eine vertrauenswürdige Anlaufstelle an den Berufsschulen haben, damit ihre Kritik nicht einfach ignoriert oder ihre Situation verschlimmert wird. Sie müssen eine Vertrauensperson haben, die weder dem Ausbildungs- bzw. Praktikumsbetrieb angehören, noch aus Lehrkräften bestehen, welche selbst an der Schule unterrichten oder in irgendeiner Beziehung zu den Betrieben stehen. Vor allem jene Auszubildende, die noch minderjährig sind, werden eher eingeschüchtert, als das sie sich von selbst beschweren. Außerdem gehen diese Demütigungen oftmals von anderen Angestellten, als von den Ausbildungsleiter*innen oder Meister*innen im Betrieb aus. Deshalb bleiben ihre Beschwerden oft ohne Folgen für diese.

Aber auch Meister*innen und die Inhaber*innen von den Betrieben können die Rechte der Auszubildenden schamlos ausnutzen. Nicht selten müssen Auszubildende im Handwerk länger als 10 Stunden arbeiten – und das ist nicht die Ausnahme, auch wenn es Betriebe gibt, die einen Vorbild-Charakter inne haben. Es ist nicht hinzunehmen, dass die Auszubildenden unter den Arbeitsbedingungen leiden und Stress erfahren müssen, der sich vermeiden ließe, würde jemensch ihre Kritik anhören und sich für ihre Rechte einsetzen. Da die meisten Betriebe, vor allem im Handwerk und im Erziehungssektor, keinen Betriebsrat haben oder noch nicht einmal Gewerkschaftliche Vertreter*innen, stellt das „Auszubildenden-Büro“ die einzige Möglichkeit dar, die Auszubildenden anzuhören und sie in ihrer Situation zu unterstützen.

Es kann nicht erwartet werden, dass die Auszubildenden zusätzlich zu Berufsschulunterrichtsstress und langen Arbeitstagen noch Angst vor anderen Angestellten haben bzw. Angst haben, diese zu äußern! Darüber hinaus ist es nicht tragbar, dass sie sich nicht über ihre Lehrer*innen und Meister*innen beschweren können, ohne dadurch Nachteile zu bekommen.

Es muss also eine Instanz geschaffen werden, die die Probleme der Auszubildenden anhört und sie bei der Lösung dieser unterstützt!

Änderungsanträge
Status Kürzel Zeile AntragstellerInnen Text PDF
(noch) nicht behandelt C15_Ä1 5 Nordrhein-Westfalen

Zeile 5 ab „Diese Mittler*innen…“ bis Ende streichen und ersetzen durch:
„Gewerkschaften sind die Expert*innen, wenn es um die Vertretung von Arbeitnehmer*innen und den Kampf für eine gute Ausbildung geht. Deshalb können aus unserer Sicht diese Mittlerposition nur Mitarbeiter*innen oder Ehrenamtliche der DGB-Gewerkschaften einnehmen. Die Schaffung und Ausgestaltung dieser Mittlerposition muss daher gemeinsam mit dem DGB koordiniert und umgesetzt werden.“